Tierschutz

 

Weihnachtsgeschichte

Jeden Tag Weihnachten

Nelu streift durch die verschneiten Straßen. Der Wind zerzaust sein struppiges Fell, die kleinen Hundepfoten sind eiskalt und auf seiner Schnauze haben sich schon Eiskristalle gebildet.
Er ist auf dem Weg zur alten Scheune. Die anderen Hunde haben erzählt, dass sie dort heute Abend Unterschlupf suchen wollen, weil Weihnachten ist und alle Menschen in ihren Häusern sind. Nelu weiß nicht, was dieses Weihnachten bedeuten soll, aber es würde ihm gut gefallen ein paar Stunden im Warmen zu verbringen. Als Nelu an der Scheune ankommt, hat sich dort schon ein Rudel Hunde versammelt. Es duftet nach Heu und Nelu freut sich, die Nacht in einem kuscheligen, weichen Bett verbringen zu können. Doch da verstellt ihm ein großer Hund den Weg.
„Du hast hier keinen Platz mehr“, knurrt er und legt seine schwarzen Ohren an. Nelu weicht einen Schritt zurück. Er fürchtet sich ein bisschen vor ihm.
„Tut mir Leid, Kleiner. Ich wollte dir keine Angst machen“, sagt der große Hund nun etwas freundlicher. „Meine Frau und ich müssen sieben Welpen durch den Winter bringen. Die Scheune ist voll. Such dir einen anderen Schlafplatz!“
Nelu guckt traurig zu Boden. Sein Magen knurrt. Seit gestern hat er nichts mehr gegessen und jetzt fängt es auch noch an zu schneien. Mit hängenden Ohren geht er in das Dorf zurück. Die Fenster in den Häusern der Menschen sind hell erleuchtet. Manche haben einen Tannenbaum aufgestellt und Kerzen daran gesteckt. Warum sie das wohl machen?
Nelu kommt an einer Mülltonne vorbei und schnüffelt. Es riecht nach Fisch. Schon ein bisschen älter, aber das macht nichts. Hauptsache Nelu bekommt etwas in den Bauch. Er stützt seine Vorderpfoten an der Tonnenwand ab und schiebt mit der Schnauze den Deckel zur Seite. Mit einem lauten Scheppern, fällt er auf den Boden. Nelu versucht sich ganz lang zu strecken, um an den leckeren Fisch heranzukommen. Nur noch ein kleines Stück …
„Was ist denn hier los?“, brummt da eine tiefe Stimme.
Vor Schreck fällt Nelu rückwärts in den Schnee. Es ist der alte Petre, der aus seinem Haus kommt. Nelu will weglaufen, aber vor Angst kann er sich nicht bewegen. Der alte Mann mag niemanden und jagt jeden davon.
Nelu wimmert leise. Ob Petre ihn nun mit dem Fuß treten wird? Er ist groß, hat einen buschigen Bart und riecht nach Pfeifentabak. Seine rauen Hände greifen nach Nelu. Der macht sich ganz klein und kneift die Augen zusammen.
Doch der alte Mann nimmt Nelu behutsam auf den Arm und streicht die Schneeflocken aus seinem Fell.
„Du armer Kerl, bist bei der Kälte ganz alleine hier draußen.“ Petre seufzt. „Ich bin heute Abend auch allein. Weißt du was? Ich nehme dich einfach mit zu mir.“
Petre trägt Nelu ins Haus und setzt ihn vor dem warmen Ofen ab. Dann füllt er einen Teller mit Eintopf. Nelu sieht den alten Mann verwundert an. Ist das leckere Essen etwa für ihn?
„Na iss schon“, lacht Petre. „Es ist genug da!“ Nelu bekommt noch zwei Mal Nachschlag und als er fertig ist, läuft er schüchtern zu Petre und leckt ihm über die Hand. Der alte Mann krault ihm die Ohren. Er sieht Nelu lange an und sagt dann: „Ich weiß nicht, was du davon hältst, aber willst du vielleicht bei mir bleiben?“
Nelu schmiegt sich an Petre und schließt dann wohlig seine Augen. Er weiß immer noch nicht genau, was Weihnachten bedeutet, aber wenn es heißt, dass man ein Zuhause bekommt, sollte an jedem Tag Weihnachten sein!

©️Kathrin Lena Orso

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