Rüblikuchen im neuen Gewandt: mit frischen Cranberries und Maismehl

Ein alter Zopf in der Luxusvariante

Als vor ca. 30 Jahren die Vollwertkost so richtig boomte, stand die Rüblitorte ganz oben auf der Hitliste. Kein Kindergeburtstag ohne einen Möhrenkuchen, und ich hatte den Eindruck, dass mehr die Mütter als die Kinder von dieser „gesunden“ Form eines Kuchens begeistert waren. Rezepte gab und gibt es unzählige, auch ich hatte eins, was sogar mein Sohn sehr schmackhaft fand, allerdings lag das wohl an den vielen Eiern und Honig, die das Ganze sehr saftig machten. Einmal habe ich dann dieses Rezept vegan gebacken, aber ich fand es ehrlich gesagt nicht wiederholungswürdig.

Kuchen von der Seite

So ging viel Zeit ins Land, bis ich wieder mal einen Rüblikuchen backte. Mein Sohn machte mich zu Thanksgiving darauf aufmerksam, dass auf der fb-Seite von „Forks Over Knives“ ein interessantes Rezept sei, ich ließ mich darauf ein, allerdings ohne große Erwartungen. Ich hatte meine Bedenken – so viel Maismehl, das sollte binden, kein Fett (weder Öl noch Margarine), kein Ei-Ersatz, und dann dieses sauren frischen Cranberries. Aber Ihr wisst: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt: und wir haben gewonnen!
Heute präsentiere ich Euch die 2. Version, etwas ausgereifter und wie ich finde auch optisch ansprechend. Alles ist super einfach, man muss kein Back-Profi sein, es geht schnell und das Beste und Wichtigste natürlich: Es schmeckt. Nicht sehr süß, eher wie ein Frühstückskuchen, aber man isst sich ein und möchte dann gar nicht mehr aufhören.

angeschnittener Kuchen

Und wie bei den meisten meiner Rezepte ist viel Spielraum drin, um eigene Vorlieben einzubringen oder Abneigungen wegzulassen. Beim ersten Versuch hatte ich mich beim Mehl vergriffen und schon gewundert, dass es so dunkel war, bis ich zu spät sah, dass ich die Backmischung glutenfreies Brot dunkel erwischt hatte, aber Ihr könnt es mir glauben: No Problem! es funktionierte genauso und schmeckte auch. Hier mit dem Universalmehl glutenfrei ist es ein wenig lockerer, aber der andere Geschmack hatte auch was. Ihr braucht es natürlich nicht glutenfrei backen, aber da eh schon so viel Maismehl dabei war, dachte ich mir, wäre es schön, gleich bei einer glutenfreien Version zu bleiben und zu testen, ob es mir dann auch schmeckt, denn obwohl es gesundheitlich besser für mich ist, hadere ich nach wie vor mit der glutenfreien Ernährung. Hier nun ein absolut positives Ergebnis, es schmeckt nicht glutenfrei, sondern eher nach einem Cornbread (Amerik. Maisbrot), was ich sehr gerne mag.
Nun noch was zu den Cranberries, meine Mutter liebt sie, ich hatte sie bisher nie verwendet, denn bei mir auf dem Land gibt es so etwas eher selten zu kaufen. In Uelzen auf dem Wochenmarkt sah ich sie dann, ein kleines Schälchen 5€, das war mir eigentlich zu teuer, aber nun wollte ich es für dieses Rezept ausprobieren. Für den Kuchen reicht eine halbe Schale und den Rest koche ich mit etwas Rohrzucker auf, das dient dann zur Garnitur und als Kompott zur Beilage, schmeckt herrlich fruchtig und sehr säuerlich. Ich denke also, dass in der Adventszeit oder für einen besonderen Anlass diese Ausgabe zu rechtfertigen ist.

Zutaten

Wem dann der Ahornsirup zu teuer ist, kann natürlich auf Agavendicksaft ausweichen, ich werde es das nächste Mal ausprobieren, ob man einen Unterschied schmeckt.

Nun habe ich Euch den Mund genug wässrig gemacht und rücke mit dem Rezept raus.

Zutaten und Zubereitung:

175 ml Ahornsirup (Agavendicksaft)
1 Teel. Essig
240 ml Mandelmilch (Pflanzenmilch Euer Wahl)
150 g geschälte Möhren, fein (!) geraspelt, ich werde das nächste Mal 200-250 g ausprobieren
diese Zutaten verrühren

225 g Maismehl
200 g Mehl glutenfrei oder Dinkel
1 Eßl. Backpulver
1/2 Teel. Zimt
1/2 Teel. Spekulatiusgewürz (könnt Ihr weglassen oder ersetzen)
50 g gem. Haselnüsse
diese Zutaten vermischen und dann mit den feuchten verrühren

zum Schluß
50 g ganze Haselnüsse
120 g frische Cranberries ( den Rest könnt Ihr zu Kompott kochen und fürs Topping und als Beilage nehmen)
unterheben.

30 g gehackte und geröstete Haselnüsse fürs Topping
50 g  Kakao-Nibs zum Glasieren (Kuvertüre, o.ä.)
Teig in die Form

Den Teig in eine gut gefettete Kastenform (24cm) füllen. Meine ist uralt und ich brauche kein Backpapier, damit nichts haften bleibt. Seid Ihr unsicher, verwendet lieber ein Backpapier.
Im vorgeheizten Ofen bei 180°C 1 Stunde backen. 5 Minuten ruhen lassen und dann aus der Form stürzen.

aus der Form

Das sieht schon einmal zum Anbeißen aus, aber nun muss der Kuchen erst einmal abkühlen, bis die Schokoglasur drauf gestrichen werden kann. Das Warten fällt schwer, ich habe den Kuchen vor die Haustür gestellt, wo die Hunde nicht rankönnen, zumindest meine nicht!

Dann schmelze ich etwas von meiner köstlichen belgischen Schokolade, die auch ein wichtiger Bestandteil meine weihnachtlichen Lebkuchen ist.

mit Schoko glasieren

Nun schön gleichmäßig mit der geschmolzenen Schokolade bestreichen und bevor diese fest wird, mit gehackten Nüssen und ein paar Klecksen Cranberry-Kompott dekorieren.

Kuchen mit haselnüssen

Kuchen von vorne

Und nun heißt es noch einmal warten, bis die Schokolade fest geworden ist, also wieder vor die Tür und schnell noch einen Spaziergang mit den Hunden in der Hoffnung, dass danach dem Genuss nichts mehr im Wege steht.

Anschnitt zwei Stück

Lasst es Euch schmecken, ich wünsche Euch noch eine schöne Adventszeit!

14 Kommentare

  1. Mmmh, mir läuft das Wasser im Mund zusammen! Der Kuchen sieht sowas von appetitlich aus, Marlies! Ich habe mich eigentlich erst im letzten Jahr so richtig an Cranberries rangetraut. Dachte, dass wir doch genug leckere hiesige Früchte hier haben. Aber ich muss zugeben, dass der Geschmack sehr speziell und sehr lecker ist. Und dekorativ sind sie allemal. Das sieht man auch an deinem Kuchen.
    Ich wünsche dir noch eine schöne Adventswoche
    Liebe Grüße Maren

    • Ich habe sonst nur die getrockneten verwendet, aber das ist ja nicht vergleichbar. Ich mag diese intensive Säure, passt dann super zu Süßem und jetzt im Winter gibt es ja nicht so viel Frisches, so dass es mir als Abwechslung gut gefällt.
      Aber ganz wichtig ist die Belgische Schokolade, und ich merke mit Entsetzen, dass der große Beutel,zu Neige geht, da muss ich noch mal kaufen, denn was Besseres gibt es nicht!
      Ich wünsche Dir auch eine weiße (?) Adventswoche, sieht ja ganz hübsch aus, leider etwas matschig.
      Lieben Gruß Marlies

      • Genau, die Säure zu Süßem ist genial! Nächste Woche kommt bei mir auch ein Rezept mit den tollen Beeren 😉 . Und was die belgische Schokolade angeht … ich schleiche ab und zu zu dem Beutel und nasche daraus. Viel besser als manche Tafel Schokolade!
        Ja hier hat’s auch geschneit und soll noch mehr schneien … meinetwegen nicht, denn er ist hier ja immer so schnell matschig 😦 .

      • Im Wald ist es schön, aber sonst auch nicht, und bei den Pferden bin ich heute voll in die Matschpampe gefallen, als ich mit der Schubkarre stecken geblieben bin, war sicher ein lustiges Bild!

  2. Ich bin immer wieder überrascht, dass Backen ohne Margarine/Butter etc., (gleichzeitig auch noch ohne Eier) so gut funktioniert, erstaunlich frisch-lockeren Teig ergibt und ganz offensichtlich prächtig mundet! Dann schaue ich auf dein Rezept, Marlies, und kann es mir schon besser vorstellen. Ein nächster Blick auf deine Fotos bestätigt letztendlich, dass es kolossal lecker sein muss. ^^
    Dieser ganz eigene Geschmack von (speziell) frischen Cranberries passt sicher hervorragend zu der Kombination mit den Möhren, dem Maismehl und der Süße, die von den anderen Zutaten dazukommt.
    (Bekomme schon wieder Hunger … Nix Neues, wenn ich bei dir hereinschaue! 🙂 )

    Ich wünsche noch eine schöne Adventszeit!
    Liebe Grüße
    Michèle

    • Liebe Michele,
      auch ich bin immer wieder überrascht, was beim Backen und Kochen möglich ist, wenn man seine gewohnten Wege verlässt. Backen ohne Eier, Fett und Mehl war für mich auch undenkbar, aber so vieles ist möglich, wenn man bereit ist, ein kleines Wagnis einzugehen und das gilt ja nicht nur fürs Essen, oder? Das Ergebnis ist nicht unbedingt immer identisch mit den herkömmlichen Rezepten, aber trotzdem lecker. Und ehrlich, auch bei ganz normalen Rezepten schmeckt uns ja auch nicht alles.
      Die frischen Cranberries werde ich mir jedenfalls jetzt öfters gönnen.
      Wenn ich so durch die Food-Blogs stöbere könnte ich auch oft wieder in die Küche stürmen, ist ja kolossal anregend, was einem da manchmal präsentiert wird, bloß leider fehlen mir dann die nötigen Ressourcen und ich muss mich mit einer Nuss begnügen.Ich hoffe, Dir geht es jetzt besser.
      Lieben Gruß und eine schöne, weiße Adventszeit.
      Wann nimmst Du mich mit auf die Weihnachtsmärkte?
      Marlies

      • Liebe Marlies, ich war bisher noch nicht auf den Weihnachtsmärkten. So leicht komme ich von zu Hause nicht mehr weg (nicht lange jedenfalls) und das Wetter war ja bisher ebenfalls nicht sehr einladend. Ich schau mal, ob sich noch was machen lässt …
        Aber einen sehr herzlichen vorweihnachtlichen Gruß, den schicke ich dir sofort! ^^
        Michèle

      • Das kann ich gut verstehen, ich erinnerte mich halt daran, dass ich Dich dort vor 4 Jahren kennengelernt habe. Aber es geht auch ohne Weihnachtsmarkt!
        Ich wünsche Dir eine nicht zu anstrengende, schöne Vorweihnachtszeit,
        Marlies

  3. bineunger sagt:

    Vielen Dank fuer das Rezept. Marlies. Das werde ich natuerlich ausporbieren, ohne Fett, ohne Eier und durch die frischen Cranberries und Moehren ganz sicher saftig. Bin gerade zur Adventszeit in Deutschland und habe gerade kiloweise Kekse gebacken. Da brauche ich erstmal saure Gurken als Ausgleich. Dir noch eine schoene Vorweihnachtszeit und mit sonnigen Gruessen bei kaltem Wetter, Sabine

    • Liebe Sabine, kaltes sonniges Wetter? Dann bist Du aber nicht in Deutschland, oder? Hier erfreut uns Schneeregen und Matschepampe!
      Mache ruhig etwas mehr Möhren an den Teig, dass kann er vertragen, und wenn Du glutenfreies Mehl nimmst ein wenig mehr Pflanzenmilch, wäre mein Vorschlag, falls es schief geht, habe ich die Schuld.
      Liebe Grüße nach Kanada?
      Marlies

      • bineunger sagt:

        hahaha, bin in Bad Bevensen und Lueneburg und ja es ist matschig, nass und kalt, aber die Sonne scheint immer. Sind halt nur manchmal die Wolken dazwischen 🙂 Ich habe heute Deine Linzer Kolatschen gemacht mit Himbeer. Sind die lecker, sind auch nur noch 3 da. Die konnte ich retten. Danke und eine besinnliche und achtsame Zeit
        Sabine

      • Dann bist Du ja ganz dicht bei mir! Ich sehe keine Sonne!
        Oh, die Kollatschen muss ich dringend machen, mein Mann lauert schon!
        Dann noch eine schöne Zeit in Good old Germany,
        Marlies

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