Paprika-Sinfonie: Dosas mit Muhamarra

Das klingt jetzt für viele von Euch sicher nach böhmischen Dörfern, und das kann ich gut verstehen, denn ich selber habe diese Rezepte auch erst kürzlich entdeckt. Da mich die Zutaten aber gleich überzeugten, habe ich kurzerhand beides für ein Gericht zusammen getan und es war bombastisch gut.

Aber was versteckt sich nun hinter diesen fremdländischen Namen?
Linsen und Reis

Dosas sind indische Pfannkuchen, die meist aus Reis und Linsen gemacht werden, wobei das Besondere daran ist, dass man Reis und Linsen einweicht, püriert und dann über Nacht leicht fermentieren lässt, also so eine Art Sauerteig herstellt. Dies ist sehr gesund und schmeckt außerdem sehr lecker. Man hat bei der Auswahl von Reis und Linsen alle Freiheiten, ich hatte gerade nur Basmati-Reis und orangene Linsen im Haus, was aber auch vollwertiger geht.

Paprika geröstet

Muhamarra ist eine Paprikapaste mit Hauptbestandteil geröstete Paprika und Walnüsse, auch hier kann man sehr kreativ Zutaten mixen und austauschen.

ich hatte mich für einen großen Pfannkuchen entschieden, würde aber das nächste mal lieber Kleine ausbacken, denn gerade der knusprige Rand schmeckt so gut.

Dazu gab es dann grüne Bratpaprika und gelbe Paprikaschoten aus der Pfanne.

rohe Paprika

ich gestehe, dass mein Sohn und ich etwas überreichlich davon gegessen haben, aber es war einfach zu gut und die verschiedenen würzigen Aromen verleiteten einem zum immer weiter essen

Das werde ich bestimmt bald wieder machen. Zuvor verrate ich Euch aber die Rezepte mit der Empfehlung, es auf jeden Fall einmal nachzukochen.

Dosas für 2-3 Personen:
150 g Basmati-Reis
150 g orangene Linsen
einige Stunden (4) in Wasser einweichen, getrennt
abgießen und mit ca. 240 ml Wasser pürieren, über Nacht bei Zimmertemperatur fermentieren lassen, es dürfen sich kleine Blasen bilden.

Linsen und Reis pürieren

 

Am nächsten Tag nacheinander entweder jeweils ein großer Pfannkuchen oder ca. 4 kleine bei mittlerer Hitze in der Pfanne ausbacken. Der Teig sollte eine Konsistenz wie normaler Pfannkuchenteig haben. Ich mache gerne einen Probepfannkuchen, da kann ich schon einmal vorher naschen.

Muhamarra ein Dip für ca. 4 Personen:
4 rote Paprika
1 cup Walnüsse
50 ml Öl
30 ml Aagavendicksaft
30 ml Balsamic Essig
1 Teel. Harissa
1 Teel. Rauchpaprika süß
1 Knoblauchzehe
1/3 Teel. Salz
Die Paprika müssen geröstet und geschält werden, dafür gibt es verschiedene Methoden. Ich habe die Paprika halbiert, entkernt und mit der Innenseite nach unten im Backofen bei Grillfunktion so lange gebacken, bis die Haut fast schwarz wurde und Blasen schlug. Dann mit Folie abdecken und ausdampfen lassen, danach sollten sie sich gut pellen lassen. Bei mir ging eine Hälfte gut, die andere wollte nicht so richtig.
Habt Ihr eine bessere Methode?
Dann werden alle Zutaten im Mixer gut püriert. Man kann auch die Walnüsse vorher anrösten, oder andere Gewürze verwenden, jeder hat da seine eigenen Präferenzen. Und während ich das schreibe, dippe ich ein paar Tacos in den kleinen Rest, der noch übrig war, Yummy!

angerichteter teller

Als Gemüsebeilage wählte ich gelbe Paprika und grüne Bratpaprika, die klein geschnittenen in der Pfanne mit einer blauen Zwiebel und Rauchparika (scharf) gebraten wurden.
Zum Anrichten kam noch etwas Koriander und Sesam obendrauf, und dann gab es kein halten mehr, lasst es Euch schmecken!

25 Kommentare

  1. Oh Marlies, jetzt liege ich hier im Bett und bekomme solchen Hunger!! Das klingt ja alles fantastisch! Ich mag ja auch die indische Küche so gern, leider ist mein Mann nur so mittelmäßig begeistert davon. Aber das hält mich auch nur mittelmäßig davon ab, Indisch zu kochen 😂😂😂
    Habt ein schönes Wochenende!
    Liebe Grüße Maren

    • Das kann ich gut verstehen, ich lese auch meist Abends im Bett meinen Reader und möchte dann oft gleich in die Küche.
      Im original wird ja oft Kartoffeln dazu gereicht, das ist nicht mein Ding, obwohl ich Kartoffeln über alles Liebe, für mich gehört da ein richtiges Gemüse zu, aber das kann ja jeder selber aussuchen.
      Ich wünsche Euch ein schönes sonniges Wochenende,
      Lieben Gruß Marlies

  2. Das ist wirklich großartig liebe… Marliese.^^
    Den Pfannkuchen muss ich unbedingt mal probieren. Ich hab neulich beim Bratkartoffel-Brot zubereiten noch darüber nachgedacht ob sich nicht auch mal ein Pfannkuchen aus Sauerteig herstellen ließe und wie das wohl schmecken würde. Beim Ausdruck Dosas musste ich direkt an Doshas denken. Ob das irgendwie zusammenhängt? Der Pfannkuchen sieht jedenfalls super appetitlich aus. Ich mach sie dann auch direkt in klein und freue mich auf den knusprigen Rand.
    Echt fein. Danke.
    Viele liebe Grüße,
    Namaste, Jenny^^

  3. nizz108 says:

    liebe marlies, ich hab die kleinen, feinen dosas am wochenende nachgebrutzelt, nach einer 1. mini-probevariante dann sofort riesig – und mutig mit schafskäse und schalotten gebraten, weil ich noch nur teilzeitveganerin bin. unfassbar lecker, sättigend und sie füllen eine echte lücke. ich hatte seit monaten eine befriedigende alternative zu meinen geliebten pfannkuchen gesucht. glutenfrei und ohne diese teffmehlmischungen, die mir auf dauer unheimlich werden. buchweizen mag ich nicht wirklich. andere schmeckten nicht oder wurden nix, weil klebrig oder zerfallend. diese hier sind oberklasse. allein die fluffige konsistenz des „teigs“ nach dem fermentieren, unglaublich. dafür werden sie dann wirklich gehaltvoll & nahrhaft. volle mahlzeit. volles entzücken. und ich probier sie nächstes mal noch süß. die family war auch begeistert, samt dem kleinen, knurrigen hund haba, dem gehandicapten tibeter, der auf meinen füßen klebte (bis der teller in der küche verschwand). das rezept wird, wie so vieles von dir, ein klassiker des alltags für ihn und mich. DANKE! herzlichst, suse aus dem ruhrgebiet

    • Oh Suse das hört sich gut an, und ich freue mich immer sehr, wenn das Nachkochen gelingt und dann auch noch allen schmeckt.
      Für mich sind die Dosas auf jeden Fall auch eine Bereicherung, da ich auch mit den glutenfreien Mehlsorten Probleme habe, schmeckt mir meistens nicht. Vor vielen Jahren hatte ich mal Küchlein aus Reis und Hirse gebacken ähnlich wie die Dosas, man kann da unglaublich viel auf diese Art ausprobieren, roter Reis, Vollkornreis, alle Sorten Linsen, mungbohnen……
      Schade bloß, dass man schon einen Tag vorher planen muss, sonst hätte ich morgen welche gemacht.
      Was hat denn Dein Tibeter für ein Handicap?
      Paco hätte sicher auch gerne gekostet, aber mein Sohn war ja da und der ist da immer etwas streng! Hole ich das nächste Mal nach.
      Lieben Gruß aus der Heide, Marlies

      • nizz108 says:

        Liebe Marlies,
        mit dem Tibeter ist es so: Die Vorderbeine des kleinen Hundes sind von Geburt an wirklich extrem kurz, völlig verkrümmt und sitzen quasi nicht in den Gelenkpfannen, sondern lose. Dh, er ist hinten höher als vorn und kann immer nur Ministrecken exzessiv hoppeln, nicht abwechselnd belasten. Danach streikt er und liegt auf dem Weg herum. Dafür hab ich einen Hundebuggy angeschafft und schieb ihn durch den Wald. Ansonsten verträgt er null Getreide und kratzt sich halbtot, wann immer was durchgerutscht ist. Aber meine ganze Family verträgt keinen Weizen – insofern hat Haba den Glücksgriff getan mit uns. Ich gebe ihm immer mal wieder etwas vom „cleanen“ leckeren Menschenessen ab. Hat die Oma mit den Bauernhofhunden früher schon so gemacht und der Haba gedeiht unglaublich damit. Seit er keine Spur Getreide mehr kriegt, hat sich seine tägliche autonome Strecke verdoppelt (auf 15 Minuten am Stück). Und deine Rezepte mag er am liebsten! Wirklich.
        Lieben Gruß aus dem Ruhrgebiet, Suse

      • Was für ein Glück für Haba, dass er so eine tolle Familie gefunden hat, die sich super um seine Bedürfnisse kümmert.
        Drücke den kleinen Kerl,ganz lieb von mir.
        Vielleicht sollte ich demnächst ein leckeres Hundegericht kreieren, natürlich auch für Menschen.
        Lieben Gruß Marlies

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