Mut zum Sturz: Tarte Tatin mit Rhabarber, Birnen und Pekan-Nüssen

und glutenfrei ist auch kein Problem!

und dass es manchmal auch schief gehen kann, können meine Gäste vom Vegan-Dinner bestätigen. Ich liebe die klassische gestürzte Apfel-Tarte über alles, und sie ist schon über 30 Jahre auf meiner Bestseller-Liste, auf dem Blog habe ich sie auch schon vor länger Zeit vorgestellt: Tarte Tatin Und man kann wirklich fast alles stürzen, was einen Boden hat, das habe ich bei meiner Tarte Tatin Ratatouille ausprobiert. In der Aufregung ist mir dann eine von Zweien auf den Boden geklatscht, und der Teller war hin. Wir sind aber trotzdem satt geworden.
ganze Torte
Ich finde, sie sieht doch recht gelungen aus, oder?
Der größte Run auf den Rhabarber ist zwar schon vorbei, aber er wächst ja immer noch nach und so habe ich diese wundervolle Obsttorte schon 3 x gebacken. Die ersten beiden mit dem eigenen, das dritte Mal mit gekauftem und ich muss gestehen, es gab natürlich Unterschiede, die man aber generell beim Obst hat. Der gekaufte hatte deutlich mehr Flüssigkeit gespeichert, was sich bei dieser gestürzten Form nicht als praktisch erwies und der Teig nachher nicht so knusprig war. Ich werde beim nächsten Backen das Marinieren weglassen.
Jetzt ist fast Sommer und das heißt für mich: Obstzeit, am liebsten pur und sonntags im Kuchen, da bin ich glücklich. Mein Rhabarber hatte sich dieses Jahr ja mächtig ins Zeug gelegt, da er ja eigentlich ausgegraben worden war, was er aber ignorierte, also musste ich ernten und so wollte ich mal eine gestürzte Rhabarber-Torte versuchen. Eine Freundin hatte mir noch die Kombi mit der Birne ans Herz gelegt, was auch neu für mich war.

Birne und Rhabarber geputzt

Zutaten Belag:
500 g Rhabarber geputzt
1 Birne
60 g Pekan-Nüsse
2-3 Eßl. Holunderblütensirup zum Marinieren (optional)
Zucker zum Karamellisieren (80-120)
glutenfreier Teig:
50 g Maismehl
50 g Buchweizenmehl
50 g Kokosmehl
50 g Maisstärke
50 g Tapiokastärke
100 ml Öl (Kokos, oder halb-halb)
100 g brauner Zucker

Obst im Karamell
Zuerst wird der Rhabarber geputzt und in kleine Stücke geschnitten, diese habe ich nun einige Stunden in meinem selbstgemachten Holunderblütensirup ziehen lassen, die Flüssigkeit wurde dabei fast vollständig aufgenommen, Ihr solltet den Rest abgießen, damit es nicht zu flüssig wird.
Dann lasse ich den Zucker im Herd bei 220° in der Tarteform schmelzen, bis er schon braun ist, nicht schwarz! Die Menge mache ich immer nach Gefühl, so viel, dass der Boden der Form gut bedeckt ist. Dann kommt das Obst und die Nüsse auf den Karamell.

Wer jetzt nicht glutenfrei bäckt, macht es sich einfach und nimmt einen ganz normalen Mürbeteig für ca. 200 g Mehl, 75 g Zucker, 100 g Margarine.
Glutenfrei ist etwas komplizierter, und ich wollte mal keine Fertigmischung nehmen, da ich mit dem Geschmack meist nicht so zufrieden bin, ich habe ordentlich gemischt und wir waren sehr zufrieden, das Kokosmehl macht sich gut, auf Reismehl habe ich mit Absicht verzichtet, es ist nicht so mein Ding.Mit dem Kokosöl wird der Teig schön knusprig.
Beim ersten Mal war der Teig sehr krümmelig,da war nichts mit Ausrollen, also habe ich ihn einfach wie Streusel oben drauf getan und dann etwas fest gedrückt und noch leicht mit Öl bepinselt. Eine einfache schnelle Sache, und hinterher merkt man davon nichts mehr. Das zweite Mal war Teig leicht feucht und hatte gut gebunden, warum wissen die Götter. So habe ich ihn auf Backpapier vorsichtig ausgerollt und so über das Obst „geschleudert“. Auch das war vom Ergebnis nachher gut.
Tarte-Stück mit Kokossahne
Der Kuchen kommt für ca. 35 Minuten bei 200 °C in den Ofen, der Teig sollte eine schöne Bräunung angenommen haben. Jetzt geht es ans Stürzen, ich lasse dafür die Tarte ca. 10 Minuten ruhen. Normalerweise lege ich einen größeren Teller auf die Tarte-Form und drehe dann geschwind um, mit einem spitzen Messer wird dann die Form vom Boden gelöst. Diesmal habe ich einfach eine etwas größere Tarte-Form genommen und in diese gestürzt, da war der Weg nicht so weit und die Flüssigkeit kann auch nicht weglaufen. Übung macht den Meister, wie bei Allem.
Als Topping gab es noch eine Kokossahne, dafür gebe ich einfach Kokosmilch in meinen elektrischen Milchaufschäumer und mit ein bisschen Glück, bekomme ich eine leicht aufgeschlagene Kokossahne ohne jede Zusätze. Es schmeckt aber auch ohne göttlich, besonders die karamellisierten Pekan-Nüsse kommen gut raus.
Also Mut zum Sturz, lasst es Euch schmecken!
ganze Torte von oben

22 Kommentare

  1. Sonja says:

    Mhm, das schaut ja lecker aus. Danke für das inspirierende Rezept! Das wird nachgebacken, liebe Marlies, wie Deinen herrlichen Apfel-Streuselkuchen, den habe ich schon zig mal gebacken und er kommt immer sehr gut an!

    Schönes Wochenende und liebe Grüße aus Bayern

    Sonja

  2. Wieder eine Tarte, in die man sofort hineinbeißen könnte, Marlies. Merkt man die Birne heraus oder mischt sich das jetzt einfach hervorragend untereinander und gibt zusätzlich milde Süße? Es klingt auf jeden Fall alles wieder sehr lecker!

    Liebe Grüße zum Wochenende, Marlies! Noch die Sonne genießen, bevor das Wetter wieder umschlägt …
    Michèle

    • Ich liebe Obst schon immer, und seitdem ich vegan lebe, hat sich das noch verstärkt. Davon könnte ich mich ernähren, trotzdem bin ich solch“ungesundem“ Kuchen nicht abgeneigt, das muss von Zeit zu Zeit auch mal sein, es gab Zeiten da habe ich jeden Tag Kuchen gegessen, was bestimmt nicht gut ist.
      Die Birne geht wirklich nicht unter, wenn man dann die richtige Sorte erwischt hat, ist ja je nach Jahreszeit auch Glückssache, aber sie nimmt dem Rhabarber auf jeden Fall die „Freche“, was ich sonst durch die Zugabe von Erdbeeren erreiche, aber die will ich nicht backen.
      Heute Abend bin ich in HH – Udo! – und vorher wühle ich noch ein bisschen im garten.
      Einen sonnigen Gruß auch an Dich Michéle,
      Marlies

      • Ich habe mir schon gedacht, dass die Birne für einen solchen Effekt gebraucht wird. Klingt gut, ich mag es, wenn noch ein Hauch ihres Aromas durchkommt.
        Und du bist beim Udo? ^^ Ich habe noch einen FB-Bekannten, der heute auch mit seiner Frau dort ist. Bin sehr gespannt, wie es euch allen efällt. Ich hoffe sehr, es wird (oder war, jetzt ist wohl gerade Schluss) ein rundherum schöner Konzertabend im Volksparkstadion.

        LG Michèle

      • War gut, laut und voll!!!!! Ziemlicher Stau, wir sind 2 km zu Fuß gelaufen, das war eine gute Idee. Hat sich gelohnt, obwohl ich gern mehr von den alten Liedern gehört hätte. Wir sind nicht ganz bis zum Schluss geblieben, ein volles Volksparkstadion ist für mich grenzwertig, da bekomme ich leicht Panik. Nun bin ich froh, dass wir wieder heil zuhause sind.
        Leider ist der Sonntag regnerisch, muss aber trotzdem raus.
        Dir trotzdem einen geruhsamen Tag.
        Lieben Gruß Marlies

  3. Toll, das du den Mut hattest! Ehrlich gesagt, habe ich mich noch nie an eine Tarte Tatin herangewagt, weil ich weiß wie heikel die sein kann. Deine sieht herrlich aus, Marlies!
    Ganz liebe Grüße Maren

  4. AnDi says:

    In jedem Café wäre das der erste Kuchen, der ausverkauft wäre! Und wir hätten uns ganz doll beeilt um bei den Glücklichen zu sein, welche ein Stückchen davon hätten ergattern können!

    Wie geht es Dir und den anderen Hofbewohnern? Wir hoffen alle sind fit und ihr seid ohne Schäden durch die Gewitterzeit gekommen!

    Liebe Grüße
    AnDi

    • Ja, da hättet Ihr Euch wirklich beeilen müssen!
      Hier läuft alles recht gut, bald gibt es eine Neuigkeit, ich werde berichten.
      Der Hagel letzte Woche war heftig und hat einige Jungpflanzen zerschmettert, aber das meiste hat Glück gehabt.
      Lieben Sonntagsgruß, Marlies

      • AnDi says:

        Eine Neuigkeit? Oh, da sind wir gespannt *vor Spannung auf und ab hüpfend*
        Einige Jungpflanzen sind zerschmettert? Das tut uns leid zu hören! Jedoch freuen wir uns, dass nichts Schlimmeres passiert ist!
        Ganz doll viele liebe Grüße und einen guten Start in die neue Woche
        AnDi

  5. Anja says:

    Boah, die sieht klasse aus! Jetzt ist gerade mein Kokosmehl alle, das muss ich direkt aufschreiben und dann teste ich das nächste Woche mal ❤️ Liebe Grüße, Anja

    • Das wird Dir gefallen Anja, ich bin jetzt ein bisschen am Austesten mit Kokosmehl, ist ja leicht etwas trocken, aber der Geschmack kommt gut durch.
      Lieben Sonntagsgruß MArlies

  6. Hallo Marlies,
    Das ist ja witzig!
    Am Donnerstag hat mein Arbeitskollege Helmut mir ein Foto von einer Tarte Tartin mit Aprikosen per Whatsapp geschickt. Die sah einfach himmlisch gut aus. Helmut ist „eigentlich“ Renter, arbeitet aber nebenbei noch bei uns. Ein faszinierender Mensch!
    Über ein Jahr hinweg hat er in seinem Haus – Anbau einen eigenen Steinofen gebaut. Der ist nun seit kurzem fertig. Seitdem schickt er mir ab und an Bilder von Pizza, Broten und eben jener Tarte.
    Gestern haben wir miteinander gearbeitet und da musste er mir dann erst einmal erklären, was eine Tarte Tatin eigentlich ist. Jetzt bin ich schlauer und weiß, dass „die Franzosen generell Umstürze mögen“,
    was dein „Mut zum Sturz“ ja nun bestätigt.
    Deine Tarte sieht ganz köstlich aus. Allein die karamellisierten Nüsse…Lecker!..
    Richtig spannend dir diesmal beim backen so detailliert über die Schulter schauen zu dürfen und dann auch noch glutenfrei. Ich hab richtig mitgefiebert. 😉
    Nun will ich auch mal ran!
    Liebsten Gruß
    Jenny

    • Das musst Du unbedingt ausprobieren Jenny! Ein unvergleichlicher Geschmack. Nicht glutenfrei ist es etwas leichter, da der Teig einfach besser klebt, aber es geht halt auch anders und das werde ich noch perfektionieren. Meine Tarte Ratatouille hatte ich ja mit Blätterteig, das war auch sehr gut, den gibt es auch fertig glutenfrei, damit mache ich das auch nochmal.
      So einen Steinofen wollte ich auch immer haben, aber nun mit meiner Gluten-Unverträglichkeit werde ich das nicht weiter verfolgen, das eignet sich dafür wirklich nicht, schade!
      Lieben Gruß Marlies

  7. marco says:

    Tarte Tatin mit Rhabarber? Wow, das kombiniert gleich zwei meiner liebsten Dinge miteinander 🙂 Wieso ich bin ich da bloss nicht selbst drauf gekommen? Ich muss mich aber wohl sputen… die Zeit für Rhabarber läuft ja bald aus. Ein Glück, dass ich stets welchen einfriere und so auch später im Jahr noch davon zehren kann…

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: