Genuss pur: Kartoffelgratin und Gemüselust

Kartoffeln auf den Teller – nicht in den Keller!

Das ist schon immer meine Devise gewesen und dazu stehe ich auch heute noch. Sie ist für mich mein liebstes Superfood und es kommt sehr selten vor, dass ich keine Kartoffeln im Hause habe. Und wenn jetzt das erste frische Gemüse angeboten wird, ist sie für mich ein idealer Begleiter, keine Sättigungsbeilage, wie in manchen Kantinen angeboten, sondern ein vollwertiges eigenes Gemüse, das mir immer so ein schönes Gefühl im Bauch gibt. (Anm. ich arbeite viel körperlich und bin sportlich aktiv. dazu habe ich Untergewicht, d.h. die Kohlenhydrate der Kartoffel sind mir sehr willkommen, abgesehen davon, dass Kartoffeln ein guter Mineralstoff- und Vitamin-Lieferant sind.)

Kartoffelgratin in Auflaufform
Als ich noch nicht vegan kochte, gab es bei uns demzufolge häufig Kartoffelgratin, mit ordentlich viel Sahne! Recht fett, aber lecker, das liebten wir alle. Nun gab es über 2 Jahre keines mehr, das konnte ich nicht mehr ertragen, da sollte doch was möglich sein. Ersatz-Sahne kommt für mich nicht in frage, auch keine Soja-Variante, denn den Soja-Geschmack schmecke ich überall raus und mag ihn nicht. Erfolgreich hatte ich ja schon mein geliebtes Kartoffelpüree mit Sellerie und Kokosmilch gekocht, was traumhaft schmeckt und der Geschmack der Kokosmilch sich auch beim Kochen fast gänzlich verliert, so dass es eine wunderbar gesunde Leckerei ist. Warum nun nicht auch fürs Gratin? Ich hatte ja gerade beim Kokosmilch-Panna-Cotta-Eis gesehen, dass da viel möglich ist, und es klappt wahrhaftig super gut. Die Kokosmilch kocht ein wie Sahne und es bräunt auch genauso. Die Kartoffeln behalten ihren Geschmack und der Kokosgeschmack ist wirklich nur sehr dezent, kaum wahrnehmbar. Nachdem ich dies ausprobiert hatte, habe ich in 3 Wochen die fehlenden 2 Jahre nachgeholt, und es gab etwas öfters Kartoffelgratin!
Roter teller mit Gratin und Möhren
Da das nun so ein feines Schmankerl für mich ist, musste ich es unbedingt mit Euch teilen. Es ist easy, lässt sich ein bisschen vorbereiten und passt herrlich z.B.zu frischen Bundwurzeln, knapp gedünstet, nur mit etwas Koriander, ein Gedicht!.
Bundwurzeln
Ihr merkt schon, ich kann kaum aufhören zu schwärmen und wenn ich die Fotos so anschaue, könnte ich gleich in die Küche rennen und den Ofen anschmeißen zur nächsten Runde. aber ich reiße mich zusammen und schreibe dies hier erst schnell zu Ende.
Natürlich gibt es noch kein Gemüse aus meinen Küchengarten, da muss ich noch ein Weilchen warten, aber zu kaufen gibt es doch schon ganz schöne Bundwurzeln, Grünen Spargel, Kohlrabi…. da kommt die Gemüselust auf. Bei den Bundwurzeln trenne ich immer sofort das Grün ab, denn das entzieht den Wurzeln den Saft, sie bleiben besser knackig ohne Grün, außerdem sind meine Hühner auch gierig auf Frisches. Ich bereite die Möhren gerne fast ganz natur zu, d.h. auf gleich Größe zuschneiden, dann in etwas gutem Öl knapp gar dünsten, sehr wenig salzen, leicht pfeffern (frisch aus der Mühle) und etwas frischen Koriander oder glatte Petersilie dazu, mehr braucht es nicht.
Möhren in der Pfanne
Das Gratin ist schnell zubereitet. Ich verwende dafür eine 60 %ige Kokosmilch, der Fettgehalt ist dafür optimal und sie schmeckt mir so am besten, sie ist nicht so fett, dass sie sich aufschlagen lässt, aber das brauche ich ja hierfür auch nicht.
Eine Auflaufform ,oder bei mehr Personen Backblech, wird leicht mit Öl ausgepinselt. Dann werden die Kartoffeln geschält, in Scheiben geschnitten und als ganzes in die Form platziert, wenn ihr alle untergebracht habt, werden sie leicht fäccherförmig auseinander geschoben.
Kartoffeln in der Form
Ich würze sie dann schon mal kräftig mit Muskatnuss, was für mich das Non plus Ultra dieses Gratins ist.
Kartoffeln und Muskatnuss
Die Kokosmilch würze ich mit Salz und Pfeffer, sie muss die Kartoffeln knapp bedecken, damit sie schön garen und dabei nicht austrocknen. Die Mengen hängen hier also von der Anzahl und Größe der Kartoffeln ab, und was für eine Form ihr verwendet. Grob geschätzt benötige ich für 4 mittlere Kartoffeln 250 ml Kokosmilch, das ist aber wirklich nur sehr vage.
Rohe Kartoffeln mit Kokosmilch
Der Ofen wird auf 220 °C vorgeheizt und das Gratin benötigt ca 35-40 Minuten bis die Kokosmilch reduziert ist und das Gratin die richtige Bräune hat.
Gratin aus dem Ofen
Das ist nun ein gefährliches Essen, denn die Kartoffeln sind wegen ihren hohen Feuchtigkeitsgehalts so heiß, dass ich mir schon öfters daran die Zunge verbrannt habe. Es riecht so verführerisch, der Hunger ist so groß und dann passiert es, Autsch!
Kartoffelgratin auf dem Teller
Mit einem Tortenheber o.ä. kann man dann sehr schön einzelne Reihen auf dem Teller platzieren, dazu dann die in der Zwischenzeit gegarten Möhrchen, was für ein Genuss!
Gericht auf Teller
Verbrennt Euch nicht die Zunge und lasst es Euch schmecken!

46 Kommentare

  1. undiversell says:

    Finde ich auch. hört sich richtig lecker an und die Möhren dazu könnte ich auch gleich vertilgen. Kartoffeln sind immer eine gute Wahl, ich mag sie auch in jeglicher Form. LG Undine

    • Das freut mich, bin ich nicht allein der große Kartoffel-Fan! Man kann so viel damit machen, heute gibt es bei mir Röstis mit Salat, da kann ich mich auch nicht zurück halten.
      Lieben Gruß Marlies

  2. Ach, komm. Das Rezept haste doch für mich geschrieben. 😀
    Das sieht so lecker aus und die Möhrchen sehen so hübsch, appetitlich und frisch aus, mit ihren grünen Stielchen. Ich liebe Kartoffeln auch! Manchmal esse ich Tagelang nichts anderes. Seit ich einen Reiskocher besitze ist es ein bisschen weniger geworden. Ich hab da nämlich auch in ein paar Wochen mehr Reis gegessen, als zuvor in meinem gesamten Leben… Diese Angst, die manche Leute vor Kohlenhydraten haben kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Die Kartoffel ist doch so mit das natürlichste und gesündeste Kohlenhydrat, das es gibt. Ich kann danach auch immer schlafen wie ein Baby. Aber gut. Jeder ist anders… Mensch, die Muskat Sauce ist natürlich das I-Tüpfelchen… Ich mach das heute Abend.
    Frohen Spaziergang noch!
    Liebsten Gruß

    • Bin zurück: Kein Heuschnupfen!Toi, toi, toi! Das schmeckt Dir bestimmt. Ich bin Großverbraucher in Muskatnüssen, gerade habe ich wieder die letzte in die reibe gepackt, d.h. sofort neue bestellen, Muskatnuss und Kartoffeln sind super zusammen, Kohlrabi übrigens auch.
      Lieben Gruß!

      • Ich habs eben gegessen! Kartoffelgratin. Das letzte Mal gab es das, da habe ich glaube ich noch zu hause gewohnt 😀 Es ist wirklich ein Gedicht. Man schmeckt die Kokosnuss zwar durch aber das hat mich gar nicht gestört. Im Gegenteil. Ich hab die Sauce hinterher sogar noch großzügig über das Gemüse geträufelt. Ich hatte Möhre, Petersilienwurzel und natürlich Kohlrabi Blätter. Das hat richtig lecker geschmeckt mit der Sauce. Die Kartoffeln sind ja auch einfach mal so mega cremig geworden, in der Sauce. Wirklich super lecker. Ich wollte eigentlich noch ein Foto mit einfügen aber irgendwie klappt das bei den Kommentaren wohl nicht. Egal. Das Gratin ist super. Danke.
        Schön, dass es dir besser geht. Ich schniefe weiterhin. 😉
        Lieben Gruß…

      • Wunderbar, dass es Dir so gut geschmeckt hat, einfach genial zu Gemüse pur.Schade, dass es mit dem Foto nicht geklappt hat, da weiß ich auch nicht, wie es geht. Der Kokosgeschmack hängt auch von der Sorte ab, ich bin jetzt ganz glücklich mit meiner, die ich im 1l Tetrapack im Asia-Laden in Hamburg bekomme, das ist dann auch recht preisgünstig.
        Wie ein Wunder, dass ich heute Beschwerdefrei bin, wo es gestern so schlimm war. Ich hoffe, dass es so bleibt.
        Lieben Gruß Marlies

      • Ich drück dir die Däumchen, dass es so bleibt! Wie gesagt, der Kokosgeschmack hat mich gar nicht gestört. Das Essen war einfach nur lecker. 🙂 Ich hatte Kokoscreme vom Edeka. Hab die einfach mit etwas Wasser gestreckt…

  3. Erika says:

    Ich bin auch ein Kartoffelkind!
    In der Schweiz gibt es ja oft Raclette oder Käsefondue, wenn man eingeladen wird. Meistens gibt es Kartoffeln bzw. Gschwelti dazu. Da ich keinen Käse mag, bleibt mir die Kartoffel. Salz und Butter – alles bestens.
    Mit Kartoffeln muss man niemals hungern.
    Liebe Grüsse in deine Frühlingswelt Erika

    • Genau liebe Erika, auch für mich als Veganerin gilt, sind Kartoffeln auf dem Tisch, dann bin ich gerettet.So auch am Wochenende in Berlin, wo ich mir dann glücklicherweise Ofenkartoffel ohne (Schmand) bestellen konnte, es hätten aber mehr Kartoffeln sein können!
      Raclette ist auch bei uns der Renner, wir machen es mit der veganen MacCheese-Sauce, einfach himmlisch, auch meine Mutter ist begeistert und wir sind uns einig, besser als mit Käse, versuch das doch auch mal.
      Lieben Gruß Marlies

  4. Sonja says:

    Wow, liebe Marlies, das sieht wahnsinnig lecker aus. Damit werde ich meine Kartoffel-freudige Familie demnächst auch beglücken. Kokosmilch steht immer im Keller bereit und wartet auf Verarbeitung. Ganz lieben Dank für die tolle Idee. Wird garantiert nachgekocht!!! Ein leckeres Kartoffelgratin schmeckt immer!
    Sonnige Grüße Sonja

    • Das beglückt ganz bestimmt die Familie. Mein Sohn war auch ganz glücklich, denn er liebt die Kartoffel wohl noch mehr als ich, da kann ich nie genug von kochen. Aber auch mein Mann, der eher Typ „Kartoffel in den Keller“ ist, war begeistert, und das will was heißen.
      Liebe Gruß Marlies

  5. AnDi says:

    Da läuft einem das Wasser im Mund zusammen! Wie herrlich sich das alleine schon liest! Und die Bilder dazu………. lecker! Einfach nur lecker! Das wäre was für’s Wochenende! 😉
    Liebe Grüße
    AnDi

  6. So herrlich! Ach, Mensch, ich könnte sofort ungeniert zuschlagen und muss mir diesen Rezeptvorschlag von dir unbedingt vormerken, Marlies. Es gibt so ein paar Gemüse, bei denen werde ich grundsätzlich schon schwach. Kartoffeln und Karotten gehören dazu. Als Komplettgericht, nicht lediglich als Beilage (genau, wie du es auch für die Kartoffeln beschriebst). Aber in dieser Variante. Das ist bald dran … ^^

    Liebe Grüße und noch eine schöne Woche!
    Michèle

    • Da braucht es wirklich nicht mehr, und die Farbe der Möhren ist einfach anregend. ich finde, sie sind zur Zeit mein Lieblingsgemüse, gleichrollt der LKW vom HH-Großmarkt an, Möhren für die Pferde, und für mich 2 Bund + Petersilie+Koriander, da weiß ich schon, was heute gekocht wird.
      Dir auch eine angenehme Woche, Lieben Gruß Marlies

  7. Pingback: Unter dem Regenbogen. Das Rheinland und Die Rübchen | Mein Veganes Kochbuch

  8. Eine super Idee, die Kokosmilch!
    Das heb ich mir auf für die ersten eigenen Kartoffeln (ich esse mittlerweile sehr wenige davon, aber die eigenen genieße ich dafür). Sieht superlecker aus und der Kokos-Geschmack ist sicher super dazu.
    Herzlich
    K.

  9. Pingback: The Pink Coconut Thing – Backofenspargel, Rote Bete und Zucchini in Curry-Kokos Sauce. | Vegan & Heimatlos

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