Frisch vom Feld: Kürbis-Ernte & Frisch aus dem Ofen:Kürbis-Pie

Das war wie jedes Jahr ein Gewaltakt, ca. 120 Kürbisse auf dem Feld einsammeln, mit dem Auto zur Scheune bringen, auf Paletten erst einmal abtrocknen lassen, dann mit der Schubkarre zum Stall, die steile Treppe zum Heuboden rauf und hoffen, dass sobald kein Frost kommt, dann müssen sie einen Raum weiter ziehen.
Kürbisse auf Paletten

Und nun kommt das Wichtigste: Der Verzehr, das heißt verarbeiten, aufbewahren oder gleich genießen. Bei der Menge müssten wir uns eigentlich von Morgens bis Abends von Kürbis ernähren, was wir natürlich nicht machen, aber ich gebe mir Mühe, möglichst alles zu verwerten.
So stand natürlich auch eine Pie auf der Liste. Ihr könnt auch Quiche oder Tarte sagen, die Namen werden meist nicht eindeutig benutzt. Ich nenne es Pie, wenn oben drauf noch eine Art Deckel ist, in diesem Fall das sog. Kichererbsen-Omelette (so überbacken wird es ein feiner, knuspriger Teig) , was sich hervorragend dafür eignet. Der Vorteil ist, das darunter das volle Aroma erhalten bleibt und nicht im Ofen verpufft. Eine wirklich leckere, saftige Pie kam heraus, die Gemüse-Zutaten können gut variiert werden.
Gemüse-Zutaten
Als Kürbis habe ich mich für meinen Bananen-Kürbis entschieden, er ist für mich definitiv der beste. Leider habe ich ihn aber hier nirgends zum Kaufen gesehen, aber vielleicht habt Ihr ja Glück. Natürlich könnt Ihr jeden Kürbis Eurer Wahl verwenden, der Banana hat ein sehr feines, glattes Fruchtfleisch und ist überhaupt nicht mehlig, was ich bei Suppen, Curry und anderen Gemüsegerichten sehr gut finde, aber z.B. Gnocchi würde ich nicht damit machen.
Für diese Pie kommt er roh geraspelt zu den anderen Gemüse, so kann er sich etwas mit dem Saft vollsaugen und wird nicht zu matschig.
Kürbis raspeln

Rezept

Wäheteig 
250 g Dinkelmehl 630
125 g Kokosöl
1/2 Teel. Salz
5 Eßl. Wasser
1 Eßl. Essig
Mein absoluter Favorit ohne Hefe ist der schon bekannte Wäheteig, den ich jetzt aber gerne mit Kokosöl mache, Ihr habt aber die Wahl. Das Kokosöl muss erst flüssig gemacht werden, dann die trockenen Zutaten vermischen, die Flüssigkeit unterrühren, da der Teig sehr weich ist, kann man ihn jetzt schon sehr gut in der Form ausrollen und dann für ca. 30 Minuten in den Kühlschrank stellen. Mein Tipp: unter Klarsichtfolie ausrollen.
Teig ausrollen
Gemüsefüllung:
2 Stangen Porree
250 Champignons
300 g geraspelter Kürbis
2 Eßl. Öl
Gewürze: z.B. 1 Teel. Bahrat (persisch), aber Ihr habt freie Wahl
Zuerst die Pilze in etwas Öl bei großer Hitze kurz anbraten, den klein geschnittenen Porree und die Gewürze untermischen, knapp gar dünsten, dann den rohen Kürbis unterheben.
Pfanne mit Gemüse
Die Füllung auf den Teig verteilen.
Deckel für die Pie/Kichererbsen-Omelette:
2 Eßl. Leinsaatmehl in 120 ml Wasser 5 Minuten quellen lassen.
60 g Kichererbsenmehl
1/2 Teel. Kala Namak Salz, oder normales Meersalz
1/2 Teel. Kurkuma
1/2 Teel. Backpulver
1 Teel. Hefeflocken
Die trockenen Zutaten in das Leinsaatwasser gut einrühren,
100-200 ml Pflanzenmilch, so viel wie nötig dazugeben, dass ein leicht flüssiger Teig entsteht, ähnlich einem Pfannkuchenteig.
Dies nun auf das Gemüse verteilen.
Deckel der Pie
Mit 1-2 Eßl. Kürbiskernen garnieren.
Im vorgeheizten Ofen bei 220°C ca 35 Minuten backen, man sollte sehen, dass der Rand auch schon braun geworden ist.
fertige Pie
Etwas auskühlen lassen, sonst verbrennt Ihr Euch das Mäulchen.
Ich habe mir noch etwas Kürbisketchup dazu genommen, mein letztes Glas von der letzten Ernte, das nenne ich perfektes Timing.
Stück Pie und Löffel ketchup
Und zum Abschluss gibt es noch ein paar Bilder von der Kürbis-Ernte und ich kann Euch versichern, dass Ihr diesen Winter noch einiges von der Kürbis-Front lesen werdet.
Es war kein gutes Erntejahr hier oben, Frost bis Juni und dann ein Sommer mit wenig Sonne, da reichte die Reifezeit für die meisten Kürbisse ( ca. 100 Tage) nicht, also habe ich auch einiges unreif vom Feld geholt, mal sehen, was da noch nachreift.
Dafür gab es viele Blätter und die Pflanzen wuchsen auch im Holunder.
Kürbis im Baum
Hübsch sah es auf jeden Fall aus.
Kürbis und Holunder
Bunte Vielfalt.
Bunte Kürbismischung
Endlich in Sicherheit.
Kürbisse im Unterstand
Bananen-Kürbisse in allen Reifestadien.
Bananen-Kürbisse
Allein die Farbe dieser Riesen macht es, dass ich ein großer Fan von ihnen bin und so vielfältig wie man ihn verwenden kann, das soll mal ein Gemüse nachmachen.
Kürbisstiel nah
Ich ernenne ihn deshalb zu meinem Gemüse des Jahres 2015 !!!

16 Kommentare

    • Eigentlich habe ich gar nicht so viele Kürbis-Rezepte, von jedem etwas, und ich bin immer auf der Suche nach neuen, die wirklich gut und mal anders sind. Aber vielleicht hast Du ja Recht , Claudine und ich sollte so ein Projekt mal planen, Danke für den Tipp!
      Liebe Grüße Marlies

  1. AnDi says:

    Wow! Wir zollen Dir großen Respekt an dieser Stelle! Unabhängig davon, dass Dein Gericht mal wieder himmlisch aussieht, hast Du da eine wundervolle Ernte „eingefahren“, was mit Sicherheit mit jeder Menge Arbeit verbunden war!
    Und wir durften auch wieder was Neues bei Dir kennenlernen, den Bananenkürbis! Von dem hatten wir bisher noch nichts gehört!
    Liebe Grüße und wir freuen uns schön jetzt auf einen kürbisreichen Winter mit Dir
    AnDi

    • Danke AnDi, ich las vor längerer Zeit in einem Blog von diesem Kürbis, wo er auch als der Beste beschrieben wurde. Das musste ich natürlich testen, leztes Jahr hatte ich die ersten, super, dieses Jahr sind ja leider nicht so viele reif geworden, aber ich werde mir für nächstes Jahr neue Saat bestellen, auch nicht die eigene nehmen, es gibt auch noch verschiedene Sorten vom Bananen-Kürbis, aber groß sind sie alle.
      Liebe Grüße Marlies

  2. Hallo Marlies, ich bin schwer beeindruckt von der Menge und Vielfalt deiner selbst geernteten Kürbisse – und das nach einem schlechten Erntejahr! Was für ein toller Anblick – aber was doch auch für eine enorme Arbeit dranhängt! Die Kraftakte bei der Ernte und Unterbringung und die Unmengen, die es zu verarbeiten gilt. Nun sind ja nicht einmal mehr die Hängebauchschweine da, die vielleicht noch etwas davon verputzen. Aber toll ist es trotzdem! Auch diese Kürbispflanze, die den Holunder als Rankgerüst nutzt!
    Ich drücke die Daumen, dass die Unreifen noch etwas nachreifen und dass der Frost noch eine ganze Weile ausbleibt, so dass du wenigstens nicht gleich wieder umlagern musst.

    Das Rezept finde ich klasse! Ich staune immer wieder, was man alles kombinieren kann und wozu Kürbis tauglich ist! Womit er sich so perfekt ergänzt!
    Es hört sich richtig appetitlich an, sieht natürlich auch wieder entsprechend aus! *bekommt Hunger*

    Liebe Grüße sende ich und wünsche eine schönes Wochenende! Ich hoffe, das schönere Wetter hält jetzt noch ein wenig an.
    Michèle

    • Danke liebe Michèle, es stimmt, die Kürbisse sind schon gigantisch, und ich wünsche sehr, dass ich einiges davon gut durchs Jahr bringe. Ich friere ja immer viel Mus ein, da ich aber so früh noch wenig Platz habe, werde ich es mal mit Twist-Off-Gläsern versuchen, müsste auch klappen.
      Ich war ja dies Wochenende in Berlin, meine Mutter wurde 89! Freitag sind mein Sohn und ich mit ihr Essen gewesen, natürlich vegan und Spitzenklasse – ich berichtete ja schon einmal vom Lucky Leek in Berlin – und als Dessert hatte ich unter anderem Kürbis-Eis, es war grandios, und nun muss ich mich daran machen, so etwas in gleicher Qualität zu zaubern, das wird schwer. Falls es mir glückt, wirst Du davon lesen.
      Einen schönen Sonntag-Abend noch, liebe Grüße Marlies

  3. Liebe Marlies, mal wieder denke ich, wie dringend ich mich mal auf die Reise zu dir machen muss! Ich finde es so beeindruckend, nicht nur, was da so alles bei dir wächst (und in welcher Fülle) sondern auch, wie du das alles bewältigst! Unsere kürbisernte auf unserem Stückchen Acker für Stadtmenschen: 1 Hokkaido in der Größe einer Orange. Eigentlich waren es 4, aber mit den 3 größeren hat, wie schon im letzten Jahr, jemand „Selbstbedienung“ gespielt. Ich habe die Nase voll vom Ackern.
    Das Rezept klingt auch großartig… Versuche ich mal mit einem GF Mehl 🙂
    Ganz liebe Grüße aus der Großstadt vom Anja

    • Hallo Anja, ja hier auf dem Land habe ich wirklich andere Dimensionen. Schade ist es, dass ich nichts davon verkaufen kann, manches verschenke ich, aber hier haben halt viele Unmengen von Gemüse, da wollen sie nicht auch noch was vom Nachbarn. Aber fürs nächste Jahr habe ich mir vorgenommen, nicht so viel von einer Sorte zu pflanzen, aber ich weiß, wenn die Saat dann gut aufgeht und ich die keinen Pflänzchen habe, dann schmeiße ich die natürlich nicht weg und schon geht es wieder los….
      Die Pie war wirklich lecker, vor allem schön saftig und trotzdem nicht durchweicht, das geht mit diesem Teig immer sehr gut.
      Das ist natürlich echt gemein, wenn die Kübisse so einfach verschwinden, das sollte nicht passieren, bei mir sind das nur die lieben Schnecken!
      Ich war am Wochenende in Berlin und bin nun froh wieder auf dem Land zu sein, obwohl es schön war. Aber jetzt genieße ich die Ruhe.
      Liebe Grüße vom Dorf
      Marlies

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