Mut zur Farbe: Bunte Grissini zum Radicchio-Johannisbeer-Salat

Herb-Süß-Saurer Salat mit Spinat- und Rote Bete-Grissini:

eine Rot-Grüne Koalition

Dieses Jahr habe ich zum ersten Mal Radicchio-Salat angebaut, und ich bin begeistert. Ich liebe diesen bitteren Geschmack, der mittlerweile bei allen ursprünglich bitteren Gemüsesorten weitgehend weggezüchtet wurde, weil „der Verbraucher es nicht mag“, er möchte es wohl lieber Geschmacks-neutral. Die Frage ist nur, wer da befragt wurde und mit der Zeit stellt sich der Geschmack auch um, so werden wir manipuliert.

Grüner Radiccio
Als meine Salatköpfe so vor sich hinwuchsen, fragte ich mich, ob das wirklich die richtige Sorte ist, oder ob im Inneren doch tatsächlich der mir bekannte rot-weiße Radicchio entstand. Nun war der Zeitpunkt gekommen und ich wurde nicht enttäuscht, nach den ersten großen grünen Blättern, zeigte sich ein wunderbares rot-weißes Salatherz, ein echter Radicchio!
Radicchio-Herz
Zur Premiere sollte es einen besonderen Salat geben, und da ich gerade sehr auf Johannisbeeren stehe und sie farblich und geschmacklich so schön zum bitteren Radicchio passen, war die Kombi schon perfekt, dazu ein liebliches Dressing, um die Säure der Beeren etwas zu mildern. Ich wählte ein rotes Balsamico und ein fruchtiges Olivenöl, eventuell noch etwas Agavendicksaft oder Ahornsirup und als Würze und Farbtupfer meine grünen Koriandersamen, die ich jetzt fleißig sammle und in Olivenöl konserviere.
Koriandersamen
Dazu gab es bunte Grissini, die Anregung fand ich im gleichen Heft wie meine Laugenherzen, gleich 4 Farben wurden dort vorgestellt, so auch mit Möhren und Paprika. Ich wählte Spinat und Rote Beete, da beides im Überfluß im Küchengarten vorhanden ist, und ich mir schon denken konnte, dass das eine arbeitsintensive Sache ist, die nicht unbedingt zu meinen Lieblingsbeschäftigungen gehört. So hatte ich die Aktion auch schon verschoben, aber nun musste es zu meinem Radicchio-Salat einfach sein. Vorab, sie schmecken gut, sehen lustig aus, aber ich mache mir diese Arbeit bestimmt nicht noch einmal, da backe ich lieber die Laugen-Herzen oder die krustigen Minifladen.

Rote Beete geerntet
Zuerst wird der Gemüsesaft hergestellt, der für die Farbe verantwortlich ist. Bei der Roten Beete habe ich die Stiele verwendet, die Knollen und die Blätter will ich heute als separates Essen verkochen.
Rezept Gemüsesaft:
200 g Rote Beete Stile (200 g Neuseeländer Spinat / Blattspinat)
mit 200 ml Wasser im Mixer pürieren, durch ein Tuch gießen, vorsichtig dabei auspressen, so entsteht der recht klare Gemüsesaft.
Gemüsesaft
Ihr braucht dann 150 ml Saft, natürlich kann man auch gekauften nehmen, da ich aber alles im Garten habe, wird natürlich dies verwendet.
Nun wird ein Hefeteig hergestellt, jede Gemüsesorte extra.
Roter und grüner Hefeteig
Bunte Gemüse-Grissini Hefeteig:
250 g Dinkelmehl 630
150 ml Gemüsesaft
10 g Hefe
1 Eßl. Olivenöl
1 Zucker
1 Teel. Salz
Sesam zum Bestreuen
Die Hefe im Saft auflösen, dann alle Zutaten zu einem glatten Hefeteig verkneten, 30 Minuten zugedeckt gehen lassen, den Backofen auf 250 ° vorheizen. Dann den Teig in kleine Portionen teilen und zu langen Finger dicken Rollen formen. Das geht nicht so einfach, wie es klingt. Ich habe auch schon Grissini-Rezepte gesehen,, wo der Teig ganz ausgerollt wurde und dann in Streifen geschnitten wurde, ich denke, das würde ich mal beim nächsten Mal – wenn es dies gibt – ausprobieren. Man sollte die Arbeitsfläche nicht bemehlen, sonst haftet der Sesam nachher nicht und das Mehl ist nach dem Backen zu sehen. Hierbei gilt wie immer: Übung macht den Meister und nach meinem ersten Blech, sahen die Grissini auch schon etwas besser aus, aber sie sind ja auch Hand-made, das darf man ruhig sehen. Die Rollen werden zum Schluss noch im Sesam gewälzt, was mir geschmacklich auch gut gefällt. Dann kommen sie für 8-10 Minuten in den Ofen, bis sie ganz leicht gebräunt sind.
Bunte Grissini im Korb
Und dürfen lauwarm zum Salat gegessen werden.
Salat und Grissini

Aprikosenknödel
Und zur Erinnerung am Samstag, den 25 . Juli um 18 Uhr findet mein Sommer-Vegan-Dinner statt, wer noch Lust hat, ist willkommen, ich habe noch für 2 Personen Platz. Die Aprikosenknödel sind als Nachspeise geplant.

23 Kommentare

    • Danke Britta, aber mir etwas zu aufwändig für das Ergebnis, ich bin mehr für die schnellen aber trotzdem guten Sachen, aber ausprobieren wollte ich die Grissini auf jeden Fall und der Radicchio wird in mein Anbauprogramm auf jeden Fall aufgenommen. Noch einen schönen Sonntag-Abend, lg Marlies

  1. Also das ist ja wohl der Hammer, Marlies!! Die Grissini sehen ja unglaublich aus! Anscheinend inspiriert und der Sommer dazu Buntes auf den Tisch zu bringen 😉 .
    Große Klasse!!
    Ich wünsche dir ganz viel Spaß und gutes Gelingen für dein Veganes Dinner. Ich bin immer noch ein bisschen traurig, dass es nicht mit uns beiden klappt. Aber du weißt ja … Paris ruft 😉

    Liebe Grüße Maren

    • Ach Maren, als ich diese „Dinger“ drehte und fluchte, habe ich an Dich gedacht, irgendwie bin ich doch der Grobmotoriker, sehr „Free-Style“ mäßig, jeder wie er kann! Viel, viel Spaß in Paris und gutes Wetter!! ganz liebe Grüße Marlies

  2. Mich spricht spontan ganz besonders der Salat in seiner Zusammenstellung an, Marlies. Und zwar gerade deshalb, weil du über diese gewisse Bitterkeit sprichst und die Johannisbeeren als Kontrast dazugesellst (plus alle anderen Zutaten). Ein Geschmackserlebnis für den Gaumen!
    Du hast vollkommen recht, es ist heute wirklich schwierig, noch etwas leicht Bitteres zu finden. Selbst der Chicorée ist in den meisten Fällen supermild und nicht mehr wie früher herb. Ich schwelge also bei dem Gedanken an die Radicchio-Johannisbeer-Geschmackskomposition.
    Die Grissini wären mir mit Sicherheit auch einen Tick zu mühsam ….

    LG Michèle

    • Wir sind einer Meinung Michèle, aber manchmal muss ich auch was ausprobieren, wo ich eigentlich schon vorher weiß, dass das nicht ganz mein Ding ist, schließlich ändern sich die Dinge auch. Aber Radicchio und Johannisbeeren sind wirklich toll zusammen, leider gibt es diese Beeren ja nur eine kurze Zeit und die nutze ich jetzt tüchtig. Nächste Woche bekomme ich noch einen ganzen Eimer von einer Freundin, meine sind leider nur als Vogelfutter verwertet worden, die Vögel sind nämlich auch ganz gierig auf diese Früchtchen! LG MArlies

  3. AnDi says:

    Welch wunderbares Menü!
    Aber da steckt mal richtig Zeit drin…. Wir können verstehen, dass Du sie nicht nochmal machen willst!
    Der Salat sieht perfekt aus! Ganz tolle Farbe!
    So, Rote Beete hast Du also im Überfluss…. Brauchst noch ein paar Rezeptideen?
    Liebe Grüße und wir hoffen, dass es bei Dir erträglicher ist als bei uns (ist furchtbar schwül heute)
    AnDi

    • Hier ist es recht angenehm, morgens sogar kalt, gut auszuhalten und angenehm bei der Gartenarbeit. Rezept-Ideen sind immer gut! Wir hatten gestern die Blätter zusammen mit den Knollen gedünstet, das war sehr lecker, LG MArlies

      • AnDi says:

        Hier ist es einfach nur heiß…. selbst nachts sinken die Temperaturen nicht 20 Grad….
        Die Blätter mit den Knollen gedünstet? Auch keine schlechte Idee….
        Rezept-Ideen sind immer gut? Nun, mal sehen, ob uns da was einfällt… 😉
        LG
        AnDi

  4. merlanne says:

    Liebe Marlies, Deine bunten Grissini lachen mich an. Wir haben am Wochenende Gäste und ich bin mir sicher, dass ich mit dieser knusprigen Beilage bestimmt „punkten“ kann. Danke für das Rezept.
    Herzliche Grüsse,
    Claudine

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