Es fallen Schatten auf den Liebesapfel

A Shadow falls on the tomatoes

Nicht vegan-vertretbare Bestäubungsmethoden beim kommerziellen Tomaten-Anbau

Was jeder Veganer wissen sollte! Ich wusste es bis gestern nicht!

Eigentlich sollte dies nur ein Blogartikel über meine geliebten Tomaten werden, die ich schon seit ca. 20 Jahren selber anbaue und in den letzten Jahren mit wachsender Begeisterung, Pflanzenanzahl und Sortenvielfalt.

Ich habe sie schon immer gerne gegessen, roh, geschmort, als Suppe, Saft, das ganze Programm. Ich schlage mich seit Jahren mit dieser Regen empfindlichen Pflanze herum, sie ist halt nicht für Norddeutsches Klima gemacht, stammt sie doch aus Mittelamerika, wo auch ihr Name aus der Aztekensprache Nahuatl :„xitomatl“ herkommt.
Nun wollte ich etwas über den Namen dieses Gemüses recherchieren, es ist übrigens eine Beere, und da fand ich das UNGLAUBLICHE:

Vibrationsbestäubung bei Tomaten –

Im kommerziellen Bereich, sprich in den großen Gewächshäusern wurde bis ca. 1985 die Bestäubung manuell mit elektrischen Bestäubungsgeräten durchgeführt. Dann gelang die industrielle Züchtung dunkler Erdhummeln und es stellte sich heraus, dass auf diese Art und Weise der Ertrag sogar höher war. Positiv wäre nun bei dieser Methode, dass weniger Gifte eingesetzt werden, da sonst die Hummeln sterben. Aber das ganze hat einen Haken, es ist kaum zu verhindern, dass Hummeln aus den Treibhäusern entweichen, sie verbreiten sich invasiv, die heimische Hummeln sterben aus und ein Parasit breitet sich aus. Weiter sollen in einigen Ländern per Gesetz, z.B. Großbritannien, die Nester nach dem Einsatz erst tiefgefroren und dann verbrannt werden………

Die Gedanken dazu mache sich jeder selber. Ich kann nicht sagen, was z.B. in Holland, Spanien – den Hauptexport-Tomatenländern mit den Hummeln geschieht, aber ich kann es mir vorstellen.

Ich esse meine eigenen Tomaten, das ist prima – aber ich wünsche mir, dass auch Menschen in der Großstadt Tomaten mit ruhigem Gewissen essen können.

Meine Tomaten-Ernte läuft normalerweise von August – September, dies Jahr ist alles sehr früh. Ich friere viel ein, z.B.leckere Tomatensaucen. Aber ich würde gerne auch außerhalb dieser Zeit so einen Paradeiser naschen, aber dann kommt er aus dem Ausland, und ich denke, dass auch der Bio-Anbau nicht auf diese effektive Bestäubungs-Maßnahme verzichtet.

Das alles sind für mich die Spitzen der Eisberge. Mir bleibt nur zu versuchen, den unteren Teil sichtbar zu machen. Helft mit!!!

Und damit Euch nicht ganz die Lust am Tomaten-Essen vergeht, hier noch ein paar Bilder aus meiner Zucht, ihr könnt gerne vorbeischauen, ich gebe auch was ab.

Tomatoes – Not As Vegan As You Might Think
Non-passable pollination methods in comercial tomato cultivation.

This was meant to be just an article about my beloved tomatoes which I cultivate for roughly twenty years and whose amount of plants and variations increased within the last years. I’ve always loved eating them any way: raw, steamed, as soup or juice. For years I’ve been struggling with this rain-sensitive plant; it’s simply not made for northern Germany climate, as the origin is in central America. In the Aztec language they’re called „xitomatl“.
I wanted to find out something about their name when I stumbled across the fact that they’re actually berries! But this is the actual (disturbing) news:

Vibration-Pollination for Tomatoes
Until the mid 80’s commercially produced tomatoes were pollinated with electric pollination devices. Then, the industrial breeding of the buff-tailed bumblebee succeed and researchers found out that using this method, one was able to grow more tomatoes. One positive side effect was that less pesticides were used as it would kill the bees. But there is a catch to this new method: It’s almost impossible to prevent the bees from escaping, they’d crowd out the native bees and the introduced, invasive species would spread all over. As a consequence, in some countries such as Great Britain the bee nests are being frozen and then being burned…….
Now, everybody should think about this for themselves. I don’t know about tomatoes from the Netherlands or Spain – the main tomato exporters – but most likely they’re using similar methods.

I eat my own tomatoes, but I’d like people from cities be able to eat tomatoes without having to think about how they’re being cultivated and that in fact they’re actually not really vegan. My tomato harvest goes from August to September, but this year it started earlier like everything else too. I freeze a large amount, for example as delicious tomato sauce. But I’d love to eat them as well when I don’t have any from my garden; that means they’re coming from abroad and I do think that even the organic farmers use this effective method for cultivation.
This should be something every vegan has to think about – maybe you can help me spread the word!
But I don’t want to take the appetite for tomatoes; here are some pictures from my collection. Come by and get some!
Flaschentomateschwarze Tomate

Rot und grün
Ochsenherz
Black Tiger

20 Kommentare

    • Also herrlich finde ich jetzt nicht den richtigen Ausdruck dafür. Ich meine auch, dass das alle Menschen betrifft, wenn unser ohnehin schon geschädigtes Ökosystem wieder einmal bedenkenlos weiter ruiniert wird.

  1. Hallo Marlies!
    Ich verstehe deine Bedenken, ABER wie ist das mit Soja das viele Veganer vewrenden? mit diesem Palmfett usw? Ich meine ich finde nicht gut dass das mit den Tieren passiert nur ich fürchte irgendwann kannst du dann nix mehr essen, dass du nicht selber angebaut oder noch besser gezüchtet hast. Sämtliche Gewürze oder viele kommen auch nicht aus Europa, Orangen, Zitronen, Mangos,..wer weiß was da für Schindluder getrieben wird?

    Ansonsten: Deine Paradeiserzucht ist grandios, besonders die schwarze finde ich klasse!
    lg. Sina

    • Das stimmt natürlich Sina, ich finde es bloß auch schlimm, dass man einfach gar nicht alle Hintergründe kennt, dass das so ein Fass ohne Boden ist und alles wird unter den Teppich gekehrt, trotz Internet ist die Information, die man so erhält, und das gilt für alle Themen, stark gefiltert und einseitig. Es kostet riesige Anstrengungen, wenn man mal ein bisschen Transparenz schaffen will.
      Ich wünsche dir ein super Wochenende, hier hat es endlich mal geregnet, lg Marlies

      • Ích fürchte genau diese lückenlose Transparenz wird man nie haben, außer man ist zu 100% Selbstversorger!

        Wir sind wieder radeln und dann schwimmen 🙂 Am Sonntag wohl dann ein bissl Haushalt seufz.

        lg. sina

      • Nein, lückenlos nicht, aber darüber reden hilft auch schon ein bisschen und manchmal selber auch was hinterfragen, nicht alles als gegeben hinnehmen.

        Dann viel Spaß, gute Erholung, ich war auch gerade mit dem Fahrrad unterwegs und nun ist bügeln angesagt
        lg Marlies

  2. Charlotte says:

    Wow, so weit sind Deine Tomaten schon?!? *neid* Meine machen nur sehr langsam vorwärts und ich freue mich auch schon darauf, wenn ich die ersten ernten kann.
    Das mit den Hummeln ist schon übel und ich finde es gut, wenn man auf solche Sachen aufmerksam macht und versucht, diese Praktiken nicht noch zu unterstützen. Ich fürchte nur schon, dass es so ist, wie Sina schreibt: wenn man alles wüsste, was in der Lebensmittelindustrie so vor sich geht, dann bleibt wohl nicht mehr viel übrig, als Selbstversorgen zu werden. Das Problem ist ja, dass der Konsument nicht mehr bereit ist, für ein Produkt auch anständig zu zahlen. Das ist mit einer der Gründe, dass Methoden angewendet werden, die den Ertrag höher und die Produktion einfacher machen. Und die meisten interessiert es auch nicht gross, wo ihr Essen herkommt und wie es entstanden ist. Hauptsache günstig. Seit ich auf dem Hof mithelfe sind mir meine Augen noch weiter aufgegangen – ist ein hartes Leben als Nahrungsmittelproduzent… *uff*
    Ganz liebe Grüsse
    Charlotte

    • So früh, im Juli, hab eich noch nie Tomaten geerntet, Charlotte. Aber dies Jahr ist alles ca. 4 Wochen früher, es kommt mir auch schon wie Ende August vor, wenn ich draußen bin.
      Ja du und Sina, ihr habt recht. Und ich sehe auch die Probleme für die hiesigen Landwirte, wohne ich doch mitten unter ihnen. Aber ich wünschte mir auch, dass sie etwas innovativer wären, das einer mal was anderes macht, was neues ausprobiert, da wird viel gemeckert, und ich kenne auch diesen Rattenschwanz von EU-Richtlinien, aber es haben auch andere Berufe Probleme. Also ein ganz weites Thema. Aber darüber reden, wenn einen was auffällt, finde ich schon wichtig, natürlich kann man nicht alles 100 % machen, selbst wenn man es wollte, aber wenigstens versuchen. Darum beschäftige ich mich auch schon seit einiger Zeit mit Permakultur, da gibt es einige sehr interessante Ansätze, aber auch leider einige sehr ideologische Geister, was nicht so meine Art ist. Ich wünsche dir ein schönes Wochenende, aber auf dem Land gibt es ja eigentlich keine Pause, oder? lg Marlies

  3. Ingrid says:

    Danke, dass du mich auf dieses Thema aufmerksam gemacht hast. Mir ist es sehr wichtig, so wenig wie möglich auf Kosten anderer Lebewesen zu leben. Wenn das bedeutet, „Augen auf beim Tomatenkauf“, dann ist das halt so. Im Grunde bedeutet das wieder einmal, regional und damit dann saisonal einzukaufen.
    Die Einstellung „nicht so viel darüber nachdenken, sonst kann man gar nichts mehr essen“ sehe gefährlich. Eine Veränderung kann nur durch bewusstes Konsumieren herbei geführt werden. Wir Kunden effektiv können nur mit unserem Geld die Herstellungsverfahren beeinflussen. Das gilt nicht nur für Veganer, sondern für alle. Insbesondere auch in der Kleidungsindustrie.

    • Liebe Ingrid, ich bin voll deiner Meinung, und ich denke es ist gut, immer wieder auf die Themen aufmerksam zu machen, es ins Bewusstsein bringen, wobei ich kein Freund von Holzhammer-Methoden bin, die dann zu endlosen unnützen Diskussionen führen. Jeder kleine Schritt zählt ist wichtig, und der Punkt Kleidungsindustrie ist bestimmt noch eine große Aufgabe. Liebe Grüße und einen sonnigen Sonntag, Marlies

  4. Liebe Marlies, ich muss sagen, dass während des Lesens deines Beitrags wieder einmal Wut auf die Lebensmittelindustrie bei mir aufkam! Ich bin zwar kein Veganer, aber das bedeutet doch nicht, dass es mir egal ist wie bzw wodurch meine Lebensmittel entstehen! Am schlimmsten ist diese Hilflosigkeit! In der Tat ist natürlich an erster Stelle Regional und Saisonal angesagt, wir kennen das noch aus, der Kindheit, nicht wahr, Marlies? Aber ich gebe zu, dass es auch mir oft nicht gelingt, auf bestimmte Früchte und Gemüse zu verzichten, seufz. Der Geist ist willig aber das Fleisch ist schwach. Danke, dass du uns auf die Sache mir den Hummeln aufmerksam gemacht hast.
    Ich wünsche dir einen geruhsamen Sonntag
    Maren

    • Liebe Maren, es geht mir so, wir dir. Und dies Gefühl von Hilflosigkeit ist schlimm, und es geht uns alle an, da bin ich mir ganz sicher. Man muss kein Veganer sein, um sich bewusst für seinen Lebensraum einzusetzen. Ich würde z.B. auch die Eier von meinen freilaufenden Hühnern essen, wenn es für meine Arthrose nicht besser wäre, ganz auf tierisches Eiweiß zu verzichten. Aber ich denke auch, dass jeder kleine Schritt eine Veränderung herbeiführt, wie das Beispiel mit dem Flügelschlag des Schmetterlings, der ein Erdbeben auslösen kann. Und es hat sich in den letzten Jahren schon einiges getan, sicher auch dank des Internets, es gibt deutlich mehr Information, aber trotzdem noch so viele schwarze Löcher. Machen wir sie weiß!
      Einen schönen sonnigen Sonntag, Liebe Grüße Marlies

      • Absolut, Marlies! Wir können nichts für Dinge, die wir nicht wissen. Aber sobald wir sie wissen und erkannt haben, können wir nicht mehr so tun, als sei alles wie vorher. Auch ich denke, dass jeder nur bei sich selbst anfangen sollte, ohne missionarisch zu werden. Schließlich muss jeder mit seinem eigenen Gewissen weiterleben.
        Die Sonne lässt sich ja schon blicken, von mir aus könnte es trotzdem wieder etwas frischer werden 😉 .
        So, ich mach mich mal an meine Torte….
        Liebe Grüße Maren

      • Gutes Gelingen, Maren. Wir haben unseren Kuchen gerade verputzt, einen Polenta-Aprikosenkuchen, war recht gut, aber Du machst bestimmt wieder ein Wunderwerk, lg Marlies

  5. Follygirl says:

    Das ist mir ganz neu und ich bin schon sehr überrascht.. (ich möchte den Artikel gerne rebloggen weil es so wichtig ist, ich hoffe das ist OKAY?)
    Es trift ja nicht nur Veganer, Tomaten essen doch fast alle Menschen. Eine große Problematik sehr ich in der Freisetzung solche Tiere… über die Folgen kann man heute nur spekulieren…
    😦
    LG, Petra

    • Und das sind nicht nur die Tomaten, bei den Auberginen z.B. wird die gleiche Methode verwendet. In Mittelamerika sind die heimischen Hummeln ja schon verdrängt. Aber da hilft sicher nur eins, wir hier in Deutschland müssen mehr regional und d.h. saisonal einkaufen, was im Sommer nicht schwer fällt, aber im Winter wird es schon problematischer. Aber ich denke, jeder der will kann da ein bisschen mitmachen. Es gibt ja noch genug andere Gründe auf die Treibhausware oder aus den fernen Ländern zu verzichten. Rebloggen ist natürlich ok. lg Marlies

      • Follygirl says:

        Ja, das ist wichtiger denn je! Ich versuche es auch, aber ganz gelingt es nicht.
        Gesünder ist es ja auch wenn man das ißt was gerade in der Region wächst.
        LG, Petra

  6. Follygirl says:

    Hat dies auf Petronella Petersilie's Blog rebloggt und kommentierte:
    ACHTUNG!!!
    Das ist mir ganz neu und ich bin schon sehr überrascht.. (ich möchte den Artikel gerne rebloggen weil es so wichtig ist, ich hoffe das ist OKAY?)
    Es trift ja nicht nur Veganer, Tomaten essen doch fast alle Menschen. Eine große Problematik sehr ich in der Freisetzung solche Tiere… über die Folgen kann man heute nur spekulieren… 😦

  7. Pingback: Mini-Quiche: Tomaten auf weißer Bohnencreme – himmlisch saftig | homesteadnotes

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