Küchengarten – Eine Zwischenbilanz

Pünktlich zum 30.6. ist es Zeit eine Zwischenbilanz zu ziehen – gut, die Veröffentlichung der selben hat sich etwas verzögert. Das Wetter war doch sehr wechselhaft und immer wenn ich in den Garten zog, um im Gemüsegarten Fotos zu machen, war die Sonne weg. Sei es drum, ich denke Ihr werdet auch so einen hoffentlich guten Eindruck von meiner Selbstversorger-Stätte bekommen.

Candy mit Erdbeeren
Vorab, es ist zu viel – wie immer. Ich weiß nicht, wie unser kleiner Haushalt das alles wegputzen soll. Einfrieren scheitert manchmal an Zeitmangel und dann am Platz. Letztes Jahr habe ich zum Schluss den Mangold in der Badewanne gewaschen, und in 10l Eimern vorbereitet; ich habe jetzt noch welchen, obwohl der neue auch schon erntereif ist.
Also, wenn jemand von Euch in meiner Nähe sein sollte, schaut ruhig mal rein, ich habe da bestimmt was zum Mitnehmen.

Ernte in Schalen

Wir sind jetzt gute 15 Jahre hier und an der Stelle, wo jetzt mein Küchengarten ist, stand auch damals schon ein kleines Gewächshaus aus Glas und ein kleiner weißer Holzzaun, beides sehr hübsch, aber leider abbruchreif. Ich bin aber an diesem Ort geblieben, denn er ist ideal, das haben sich schon meine Vorgänger richtig ausgedacht. Der Zaun ist wichtig, dass die Hunde nicht ungefragt herumspazieren und mein Labrador ernährt sich gerne von Obst und Gemüse, der würde sich dort nur noch aufhalten, besonders wo sein geliebter Birnbaum daneben steht.
Meinen Traum, eine Art Viktorianisches Gewächshaus, unten mit Backsteinen gemauert, dann Glas und grünes Eisen, konnte ich bis heute nicht verwirklichen, aber vielleicht…..
Viele Jahre habe ich mich im Küchengarten abgequält, ausprobiert, jedes Jahr geändert – es war extrem arbeitsintensiv und ineffektiv. Vor 3 Jahren habe ich mit den Hochbeeten angefangen, Stück für Stück: Eins im ersten Jahr, zwei dazu im nächste, und nun noch 3 weitere, die etwas niedriger sind. Das hat sich wirklich gelohnt, endlich habe ich gute Ernten und das Sauberhalten ist um ein Vielfaches einfacher.
Möhren beim Waschen
Nun aber zur Bepflanzung. Ich bin ein kleiner Chaot; das merke ich besonders im Küchengarten, wo es nicht immer angebracht wäre, so intuitiv zu arbeiten, wie ich es mache. Aber, es soll mir Spaß machen und darum ist es mir auch egal, wenn ich die Fruchtfolge nicht einhalte oder andere Fehler begehe. Wenn ich merke, es ist irgend etwas schief gelaufen, recherchiere ich und probiere, es das nächste Mal anders zu machen; learning by doing – das ist meine Devise.

Das Jahr begann mit Radieschen und Mohrrüben, erstere waren lecker. Jetzt im Hochsommer gibt es eine Pause und dann gibt es später noch mal eine Aussaat.

Möhren auf Beet
Meine Möhren waren letztes Jahr super, dieses Jahr leider nicht. Besonders die Ur-Möhre Purple Haze ärgert mich: viele holzige Wurzeln mit schießendem Kraut; ich vermute, es liegt am Saatgut, da hätte ich mir das vom letzten Jahr aufschreiben müssen.
Der Neuseeländer Spinat wächst wieder super, er sät sich immer selber aus und ich versetze ihn dann, das klappt gut.

Neuseeländerspinat
Lauchzwiebeln sind dies Jahr der Renner, ich habe blaue und weiße und schon 2x nachgesteckt. Ihr seht es ja auch an meinen Rezepten, Lauchzwiebeln sind immer dabei.
Den Knoblauch habe ich schon im Herbst gesteckt, das war gut, sonst hat er es immer nicht geschafft, jetzt habe ich schon ab Juni frischen Knoblauch.
Rote Beete war letztes Jahr das erste Mal so richtig gut und sehr lecker, also habe ich wieder viel ausgesät, bald beginnt die Ernte. Gerne trinke ich einen Saft aus junger Roter Beete, Mohrrüben, Äpfeln und Orange.

Rote Beete
Fenchel habe ich das erste Mal, da er so gut kommt, habe ich noch nachgesät.

Fenchel
Auch Rosenkohl habe ich zum ersten Mal, ich habe mich zu dunkelroten Früchten hinreißen lassen; nun befürchte ich, dass er mich so enttäuscht, wie die blauen Zuckerschoten, obwohl ich mich jetzt an diese gewöhnt habe, sie sind halt nicht süß, aber sonst gut. Sie stehen auch noch prächtig, kaum Ausfälle und ich habe noch eine mir unbekannte amerikanische Sorte davor gesät, da bin ich schon gespannt.

Zuckerschoten

Die Kräuter enttäuschen mich auch nicht dieses Jahr: Koriander habe ich an mehreren Stellen, ich hielt ja einige Samen für Schleifenblumen und verzog sie ganz sorgsam, bis ich merkte, dass ich da 40 Korianderpflanzen hatte.
Die Petersilie ist auch kaum zu bewältigen, darum kam mir ja auch schon die Idee mit dem Petersiliensalat, der ist wirklich nachahmungswürdig.
Sogar die Artischocken sprießen dies Jahr, mit etwas Glück vielleicht ja sogar bis zur Blüte.

Artischocken
Chinakohl hatte ich letzten Herbst ausprobiert und war überwältigt vom Geschmack – kein Vergleich zum gekauften. Also habe ich ihn dieses Jahr schon im späten Frühjahr ausgesät. Er wächst wieder bombastisch, ich hab ein Vlies rüber gespannt, weil letztes Jahr die Schmetterlinge so viele Larven abgelegt hatten. Nun sind es nur die Schnecken, die an ihm knabbern.

Arbeitstisch

Vor dem Gewächshaus habe ich noch ein Trockenbeet, dort fühlt sich die Rauke (Rucola) wohl, sie mag es trocken, wächst gerne am Steinweg und auf der kleinen Terrasse.

Im Gewächshaus habe ich diesmal Gurken und Paprika, Chili, alles verschiedene Sorten. Weil letztes Jahr alle kleinen Gurkensetzlinge im Gewächshaus eingegangen sind, habe ich sie diesmal in Töpfen in die Erde gesteckt und das hat funktioniert, sie wachsen prächtig – es wird eng werden.

Gewächshaus

Die letzte Neuheit ist Amaranth, sieht gut aus, roh schmeckt er mir noch nicht so, da muss ich noch ausprobieren.

Des weiteren ist noch ein Kräuter-Viertel im Küchengarten, damit will ich heute aber nicht mehr den Rahmen sprengen. Nur ein Abschlussbild von meinem Salz-Alant, der bestimmt 3 Meter hoch ist. Verwendet wird die Wurzel, aber ich glaube, ich erfreue mich lieber an seinem Anblick.

Salz-Alant

Und erwähnen möchte ich die Außenstellen: Bohnen (4 Sorten), Erdbeeren (4 Sorten), Zucchini (3 Sorten), Kürbisse (4 Sorten),  Kartoffeln (3 Sorten), Tomaten (12 Sorten)

Ihr seht, verhungern können wir nicht und ich habe reichlich Material, um Euch mit schönen Rezepten zu versorgen.

Fenchelblüte

14 Kommentare

    • Danke, das ist auch meine große Leidenschaft, kann ich aber auch nur machen, seitdem ich nur noch selten reise und das dann auch nur für kurze Zeit. Sonst kann ich meinem Sohn die viele Arbeit auch nicht zumuten. Wie es so im Leben ist: man kann nicht alles haben und alles zu seiner Zeit. lg Marlies

  1. allesistgut says:

    Wow, absolut beeindruckend!!! Was für eine Fülle. Sehr beneidenswert, so einen Garten direkt am Haus zu haben. Liebe Grüße und weiterhin so einen grünen Daumen!

    • Das war auch ein langer, arbeitsreicher Weg, der sich letztendlich gelohnt hat. Es macht viel Freude, das selbst gesäte wachsen zu sehen und dann auch noch essen können! Und das allerbeste, es schmeckt wirklich meistens unvergleichlich gut. lg Marlies

  2. Annette says:

    Du hast einen wunderschönen, sehr dekorativen und produktiven Küchengarten, liebe Marlies. Ich finde, es ist mit das Schönste, wenn man vor dem Essen durch den eigenen Garten streifen und frisch ernten kann. Wir haben wieder mal zwei Dinge gemeinsam: Wir schwören auf Hochbeete und träumen von einem viktorianischen Glashaus…hach, das wäre noch was! Träumen kann man ja 🙂

    • Träumen muss man!!!! Ich sehe es schon vor mir, den Platz habe ich noch nicht endgültig festgelegt. Hochbeete sind in meinen Augen für den Gemüseanbau unschlagbar. Ich habe jetzt auch schon viele Professionelle in den USA gesehen, die Hochbeete nutzen. Und, es ist das Schönste aus dem eigenen Garten das Essen zu holen, das Gemüse aus der Erde zu graben. Hatte eben einen köstlichen Salat, mit der ersten Rote Beete, wunderbar. lg Marlies

  3. Anemone says:

    Marlies, der Gartenrundgang bei Dir ist wunderschön! Du bist sehr fleißig im Gegensatz zu mir. 🙂 Vielleicht erinnerst Du Dich, dass ich außer meinem veganen Blog noch diesen anderen habe, in dem auch mein Faulenzer-Hochbeet zu sehen ist. Und ein bisschen mein Kräuterbeet drumherum. Das weiß ich auch sehr zu schätzen! Könnte ich vielleicht Neuseeländer Spinat von dir bekommen, wenn Du einige Samen übrig hast? Liebe Grüße von Doris (Anemone)

    • Ich habe den Spinat noch nicht mit den Samen selber ausgesät, das macht er immer allein, da er im Winter in der Erde bleibt. Die Blüten sind sehr klein, die gekauften Samen waren winzig. Ich werde jetzt beobachten und sehen, ob ich Samen abnehmen kann. Wenn ja, dann kannst du gerne welche haben. Meine Erfahrung war, dass ich mit den gekauften Samen Problem hatte, das was von allein kam und dann umgesetzt wurde, klappte prima. Also mal sehen. lg Marlies

  4. Einfach ganz ganz toll! Ich freue mich mit dir dass dir alles so gut wächst, und ich bereue nicht näher bei dir zu wohnen, ich würd dich besuchen und mir was abschauen 🙂
    lg. Sina

  5. Einmalig! Das hat mich gerade sehr begeistert, und ich muss den Gang sicher noch ein paar Malel wiederholen und mir die Bilder dazu wieder und wieder ansehen. Vieles kennt man kaum noch im natürlichen, kompletten Zustand bzw. Artischockenplfanzen müssen einem auch erst einmal über den Weg laufen! Toll!
    Mangold hatten wir bei meinen Eltern auch in Massen, der kam dort auf dem durchlässigen Boden sehr gut. Wir haben für diese Mengen jedesmal die Badewanne zum Waschen genutzt und den Riesen(einmach-)topf zum Dünsten. Da kommen gerade die Erinnerungen hoch tagelange Mangoldvariationen beim Mittagessen. ^^
    Ich habe schon oft gehört und auch gelesen, dass die meisten Gemüse- und Kräurterziehenden hochzufrieden mit ihren Hochbeeten sind. Wirklich nicht nur von der Bequemlichkeit oder Sauberkeit her, sondern auch tatsächlich vom Zustand der Pflanzen und dem Ertrag. Das scheint den Pflanzen sehr zu bekommen.
    Ein Glashaus (Gewächshaus) nach viktorianischem Vorbild wäre natürlich noch die Krönung.

    LG Michèle

    • Liebe Michèle, dass mein Küchengarten so ein Prachtstück geworden ist, verdanke ich wirklich den Hochbeeten, mein Boden ist sonst sofort verdichtet, entweder zu trocken oder Staunässe, das gibt es bei den HB nicht. Man kann beim Wässern richtig fluten und hat keinen Schaden. Da die Beete in den ersten Jahren tüchtig absacken kann ich auch gut den verroteten Pferdemist im Winter einarbeiten. Für mich gibt es wirklich nichts Besseres als die Hochbeete, wobei man sie ja auch ganz unterschiedlich hoch machen kann, man ist da total variabel. Sie sind überall einsetzbar, wenn die Lichtverhältnisse stimmen und dafür bräuchte ich auch keinen Zaun, aber der war nun schon vorher da.
      Ich wünsche Dir ein schönes, sonniges Wochenende, lg Marlies

    • Danke schön, es macht mir auch eine Riesenfreude hier zu werkeln und zu sehen, wie alles gedeiht, meist klappt es ganz gut und dies Jahr verwöhnt uns das Wetter. lg Marlies

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