Der Steinwall – eine unendliche Geschichte

Oder: Ende gut, alles gut

 

Dieser Steinwall hat mich viele Gedanken, Zeit, Geld und Geduld gekostet. Um so mehr freue ich mich, dass ich dieses Jahr sagen kann, es ist letztendlich doch in etwa so geworden, wie ich mir das vor ca. 8 Jahren vorgestellt habe. Wenn die Steine nicht so unendlich schwer wären und für mich nicht transportierbar, hätte ich ihn schon abgetragen. Aber……

große Steine am Wall

Unser Hofgrundstück ist groß, und ich habe versucht nach und nach Sichtachsen einzubauen und dem Garten etwas von der Weite zu nehmen. Nachdem die Auffahrt zu unserem landwirtschaftlichen Geräteunterstand gepflastert war, wollte ich einen Teil davon mit einer bepflanzten Feldsteinmauer abgrenzen, einer Art Friesenwall. Steine gab es auf dem Hof und auf den anliegenden Feldern genug. Einen kräftigen Helfer hatte ich auch, der diese schweren Steine bewegen konnte. So machten wir uns an die Arbeit. Die ersten Probleme tauchten auf; an der geplanten Stelle war Ortsstein, ich ließ mich nicht abhalten und suchte mir Bodendecker-Rosen aus, die dann vom Wall runter ranken sollten. Ich hatte spezielle Farbvorstellungen, da dahinter die gelbe „Aisha“ Rosenhecke liegt. Meine treue „The Fairy“ aus Hamburg wollte ich nicht wieder nehmen, erstens kein Rosa – passt nicht, zweitens nicht genug Fernwirkung. Meine Wahl fiel auf „Cambridgeshire“, eine auffällig 3 farbige orange-rot-gelb Bodendecker-Rose.
Cambridgeshire Rose
Sie gab sich Mühe und die ersten 3 Jahre schien alles recht gut anzulaufen, die Rose rankte zwar nicht so stark wie ich es mir wünschte, dafür war die Farbe wirklich interessant und das Laub recht gesund.
Dann kam das erste Drama, eine Buche neben der Auffahrt fiel plötzlich im Sommer um, auf den Wall, auf den daneben liegenden Carport, wo unser kleiner Trecker stand. Viel Glück im Unglück, nur der Carport war hin, der Trecker noch heil, der Wall aus der Form und 5 Rosen hin. Nach den Reparaturarbeiten füllte ich die Lücke mit 3 weißen Bodendecker-Rosen, Lavendel und einigen anderen Stauden, nun war das Beet wieder voll, aber farblich nicht der Hit.
Lavendel am Wall
Schon im folgenden Jahr kam die nächste Katastrophe. Es mussten neue Abwasserleitungen gelegt werden, unter dem Wall durch!!!! Wieder alles kaputt, es war Winter und die raus genommenen Rosen überlebten es nur teilweise. Also im nächsten Jahr neue Lücken, ich säte Einjährige in den Wall. Dann kamen die 2 harten Winter, wo überall viele Rosen dran glauben mussten und es waren nur noch 2 „Cambridgeshire“ und 2 weiße Rosen übrig. Das war letzten Sommer, als ich Bilanz zog und den Wall abreißen wollte. Ein letzter Versuch, ich fuhr in die ortsansässige Gärtnerei und kaufte den Bestand von „The Fairy“ auf.
The Fairy
Und als wenn sie mir sagen wollte, hättest du mich doch gleich genommen, belohnte sie mich schon im ersten Jahr mit schönen, bis in den November reingehenden Blüten, und dies Jahr ist sie schon unschlagbar. Sie rankt wunderbar beidseitig den Wall runter, ist übersät mit Hunderten von Knospen und Blüten, das grüne Laub strotzt vor Gesundheit, perfekt!
Wall blühend
Die Restbestände fügen sich erstaunlich harmonisch ein, und „Aisha“ ist so wie so schon verblüht, wenn „The Fairy“ blüht. So freue ich mich über den prächtigen Steinwall, solange kein Baum rauf fällt und der nächste Winter nicht schneefrei bei – 20°C ist.
Wall mit Holzschuppen

11 Kommentare

  1. Annette says:

    Ich liebe Naturmaterialien und finde deinen Steinwall absolut bezaubernd, Marlies. Wie herrlich, wenn man solche Steine sein eigen nennen darf. Du weisst ja, dass wir auch viel mit Stein arbeiten und solche grossen Exemplare haben wir zu zweit mit der Sackkarre zum Platz gekarrt, wo nun die Carpe diem-Bank steht. The Fairy wächst auch bei mir und ist ein besonderes Schätzchen. Liebe Grüsse 🙂

    • Wir haben die Steine teilweise mit dem Trecker vom Acker geholt, ich ärgere mich immer, dass ich sie nicht einen Zentimeter verrücken kann. Um kleine Beete und Bäume habe ich dann kleinere Formate gelegt, sieht immer hübsch aus obwohl es mehr Arbeit macht, weil man per Hand die Kanten machen muss. Jetzt gehen mir die Steine am Hof langsam aus. lg Marlies

  2. leeloobe says:

    Der sieht wunderbar aus. Du bist auf einem so wunderschönen Fleckchen Erde – ich bin süchtig nach deinen Hof und Garten Posts 🙂 Glg und einen schönen Start in die neue Woche wünsch ich Dir!!

  3. Manches Ding will offenbar gut Weile haben … Und einigen Sachen geht wirklich ein lange Probierphase inklusive einiger Desaster voraus. Umso schöner ist es, dass jetzt (bis auf weiteres, so schnell ist nix Dramatisches mehr dran) alles so schön blüht und gedeiht.
    Irgendwie wird es nach der ganzen Ackerei doch noch viel mehr geschätzt, als wäre alles ganz easy gegangen, oder nicht? ^^ Und dieses Gefühl von nicht aufgegeben haben hebt doch auch die Stimmung gewaltig.

    Liebe Grüße
    Michèle

    • Liebe Michèle, du bringst es auf den Punkt. Je mehr man sich etwas erarbeiten musste, um so mehr kann man es nachher Wert schätzen. Das ist bei allen Dingen so, und das war wirklich ein steinige Herausforderung. Jetzt ist erstmal nur Genießen angesagt. lg Marlies

  4. Follygirl says:

    Steine darum beneide ich Dich… (hier gibt es nur Schutt, der frühere Besitzer hat für eine Flasche Schnaps allen Müll hier abkippen lassen..)
    Gerade die kleine Fairy Rose gefällt mir zu gut.. sieht wirklich schön aus Dein Steinwall.
    LG, Petra

    • Viele Steine haben wir aber auch auf den Feldern gesammelt und dann per Auto oder Trecker, die ganz großen nach Hause gebracht, war eine ziemliche Schlepperei, und so ein Steinhaufen ist schnell verarbeitet. Ja die „Fairy“ ist wirklich eine besonders hübsche Bodendecker-Rose und sie blüht bis zum Frost, sie ist wirklich ihr Geld wert. lg Marlies

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