Überlebenskünstler: Die Geschichte der kleinen Gerbera

Gerbera groß
Vor einem Jahr habe ich bei unserem Raiffeisenmarkt eine Gerbera mitgenommen. Sie war schon verblüht und stand nun in einer Ecke zum umsonst mitnehmen. Neugierig schaute ich sie mir an und entdeckte kleine Knospen,. Also habe ich sie eingepackt. Wenn sie nicht mehr blüht, kann ich sie ja immer noch wegschmeißen. So dachte ich.

Gerberaseite
Sie bekam einen sonnigen Platz am Hauseingang, und blitzschnell kamen Blüten über Blüten. Sie blühte bis Dezember draußen, außer Wasser gab´s nichts. Dann holte ich sie ins Haus und stellte sie in mein Büro ins sonnige Südfenster. Oft musste ich sie vorm Vertrocknen retten, ich hatte vergessen sie zu gießen, aber danach erholte sie sich schnell wieder.
2gerbera
Nun kam das Frühjahr und ich beschloss sie zu belohnen. Also bekam sie frische Erde, Dünger und einen neuen Übertopf. Irgendwie hatte ich Angst, dass sie nun plötzlich eingehen würde, wo ihr so viel Aufmerksamkeit zuteil wurde. Aber nein, sie enttäuschte mich nicht, sie setzt wie im letzten Jahr reichlich Knospen an und sieht bis auf ein paar verbrannte Blätter gut aus.
3gerbera
Wenn ich an ihr vorbei komme, stimmt es mich oft nachdenklich. Ich meine, es ist wie bei Tieren und Menschen. Manche werden umsorgt, verwöhnt, gehegt und gepflegt und trotzdem wollen sie nicht recht gedeihen, kränkeln, sind unzufrieden und kümmern vor sich hin.
2gerberadicht
Die anderen hingegen, das sind die Überlebenskünstler, die Stehaufmännchen, da kann passieren, was es will, die fallen wieder auf die Füße und lassen sich nicht unterkriegen. Sie trotzen widrigen Umständen.
gerberagroß
Und so nehme ich mir ein Beispiel an meiner kleinen Gerbera.

9 Kommentare

  1. Charlotte says:

    So eine schöne Geschichte! 🙂
    Viele Pflanzen, die in meinem Garten gedeihen, müssen echte Überlebenskünstler sein, denn der Boden ist hier oben schon sehr speziell: lehmig, viele Steine, er trocknet schnell aus, etc. Viele Blumen, die ich gerne pflanzen würde, kommen leider nicht – oder nur in den Töpfen. Immerhin.
    Ich wünsche Dir einen sonnige Wochenstart.

    Liebe Grüsse
    Charlotte

    • Ich finde es immer richtig spannend, die Pflanzen zu beobachten und zu sehen, wie sie so zurecht kommen. Da gibt es manche Überraschung, und an einigen Stellen ist es echt schwierig, da habe ich früher jedes Jahr neue Stauden gekauft, das mache ich nicht mehr, ich probiere mit eigener Aufzucht heraus zubekommen, was da möglich ist, das sind nicht meine Traumblumen, aber sie gewinnen dann nach und nach meine Bewunderung. Der Sonnige Wochenstart scheint zu klappen, es ist schon schön warm, dir wünsche ich das gleiche. lg Marlies

    • Ich hatte sie eigentlich auch nur in der Vase, wo sie ja auch leicht umknicken, wenn sie nicht gestützt sind, aber diese ist kurz stieliger und hat da gar keine Probleme, und die Farbe ist ein echter Hingucker. Hier scheint die Sonne und es ist mollig warm, richtig schön. Hoffentlich bei dir auch. lg Marlies

  2. Eine sehr schöne Geschichte, und es lässt sich wirklich auch auf das Verhalten von Menschen übertragen. Deine Gerbera ist wirklich ein toughes Pflänzchen.

    Ich mache es im Garten ähnlich, wie du es auch im Kommentar beschrieben hast. Ich schaue, was sich hier wohl fühlt, sich vermehrt, ohne zuviel künstliches „Milieu-Erzeugen“ zurechtkommt. Alles geht halt nicht. Das muss ich mir dann irgendwo anders ansehen.
    Manches kommt auch nur ein paar Jahre an einem Standort klar, weil sich die Licht- und Bodenverhältnisse drum herum ändern (durch gewachsene Sträucher u. a.). Es wandert in eine andere Ecke (selbst oder ich setze es um) oder ist eines Tages nicht mehr da. Doch mit dem, was hier wachsen mag, entsteht auch ein schönes Fleckchen und eine ganz eigene Harmonie.

    LG Michèle

    • Ich denke auch, es ist so wie du es schreibst. Da muss man einfach flexibel sein. Vor kurzem sah ich Fotos von meinem Kummer-Beet, es sah ganz toll aus, aber das war nur für ein Jahr, das waren alles gekaufte, größere Stauden, im nächsten Jahr war die Hälfte weg und die anderen kümmerten und wurden immer kleiner. Das kann ich ja nicht jedes Jahr machen, das ist zu teuer und das will ich auch nicht. Ich ziehe jetzt immer sehr viele Einjährige und die kann ich dann in die Lücken setzen, das funktioniert gut und es sieht jedes Jahr anders aus, lg Marlies

    • Ich denke , dass das auch nicht immer gleich ist. Mit manchen Pflanzen hatte ich erst viel Glück und sie gediehen prächtig, als Beispiel Cleomen, dann wollten sie gar nicht mehr bei mir, jetzt scheint es wieder zu klappen, da spielen viele Faktoren mit rein, nicht alle für uns ersichtlich. Aber ich bin schon gespannt, ob ich sie über diesen Winter auch bekomme .lg Marlies

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: