Schwarzwälder Früchtebrot

Birnen – Kletzen – Hutzeln

for english see below
Früchtebrot groß 1

Vor 4 Jahren habe ich das erste Mal auf einem Weihnachtsmarkt ein Früchtebrot gegessen, dass mir ausgezeichnet geschmeckt hat. Der Preis war horrend. Also stand für mich fest, dass ich so etwas mal selber angehen musste. Aber Weihnachten war vorbei, und das Früchtebrot vergessen…
Wie der Zufall es so will, fand ich dann im nächsten Jahr in der November/Dezember Ausgabe von „mein schönes Land“ ein Rezept fürs Früchtebrot. Also stand der Umsetzung nichts mehr im Wege, fast nichts! Es ist nämlich gar nicht so einfach hier in Norddeutschland getrocknete Birnen aufzutreiben. Aber wir haben ja das Internet, und so wurde ich fündig.

Bei uns heißen die getrockneten Birnen Birnen, aber in Süddeutschland oder in Österreich heißen sie Kletzen oder Hutzeln. Wenn ich mir die Hutzeln so anschaue, dann weiß ich auch, wo der Ausdruck herkommt: eine hutzelige Gesicht, d.h. so runzelig wie eine getrocknete Birne.
HutzelnHutzeln gekocht und trocken

Als ich dann so nach und nach die Zutaten zusammen stellte, wusste ich auch, wieso das Brot am Weihnachtsmarkt so teuer gewesen war: Auch in Eigenherstellung ist es keine preiswerte Sache, aber der Einsatz lohnt sich in jeder Hinsicht. Es ist etwas besonderes und ich habe es dann auch an einige liebe Bekannte verschenkt, die sich alle sehr gefreut haben.
3 Früchtbrote mit SchleifeVogel, Granatapfel, Früchtebrot

Anders als im Originalrezept nehme ich nicht eine große Kastenform, sondern forme 4 kleine Laibe, das finde ich wesentlich praktischer. Außerdem mache ich keine Glasur aus Aprikosenmarmelade, die klebt entsetzlich und es tut dem Äußeren keinen Abbruch. Man kann etwas Puderzucker rüber stäuben, aber ich persönlich bin ein Purist.

Das Rezept ist nicht schwierig, man hat bloß eine Menge zu schnipseln, aber da die meisten Kinder in der Weihnachtszeit gerne in der Küche helfen, kann man sie dabei mitmachen lassen. Ich bin da mittlerweile alleine, aber in einer halben Stunde auch fertig.

Nun geht es aber los.

Zutaten Früchtebrot
Früchtemischung auf Teiggeformter Laib vor dem Backen

Die Zutaten:
500 g getr. Birnen
200 g getr. Feigen
200 g getr. Pflaumen
200 g getr. Aprikosen
125 g Rosinen
(ich nehme immer ungeschwefelte Trockenfrüchte)
250 g Walnusskerne
Saft und Schale einer unbehandelten Orange
2 Tl. Lebkuchengewürz
1 Tl. Zimt
1 Tl. Anis gem.
400 g Weizenmehl 550
100 g Buchweizenmehl
1 Pck. Trockenhefe
2 Eßl. Vollrohrzucker

Zubereitung:
Am Abend vor dem Backen werden die getrockneten Birnen mit Wasser bedeckt, kurz aufgekocht und dann über Nacht ziehen lassen. Morgens gleich im Sieb mehrere Stunden lang abtropfen lassen und 350 ml vom Sud auffangen.
Jetzt die Nüsse grob hacken und die Trockenfrüchte und Birnen in kleine Stücke schneiden. Mit den Gewürzen, Rosinen, Orangenschale und Saft vermischen.
Das Mehl mit dem Zucker und der Hefe vermischen und mit dem Birnensaft einen festen Teig daraus kneten, 30 Minuten gehen lassen. Dann die Früchtemischung vorsichtig mit dem Teig vermengen, nochmals 1 Stunde gehen lassen. 4 Laibe formen.
Anschließend im vorgeheizten Ofen bei 180 °C ca 55 Minuten jeweils 2 Brote a`650 g backen. Auf einem Rost gut auskühlen lassen, fest in Folie einpacken und im Kühlschrank oder Steintopf aufbewahren. Eigentlich soll das Früchtbrot 2 Wochen ziehen, jedoch essen wir das erste immer gleich. Mir schmeckt es frisch fast besser, aber selber ausprobieren.
Je nach Geschmack mit gesalzener Butter bestreichen, aber pur ist es auch ein Genuss und vegan!
Früchtebrot aufgeschnitten
Guten Appetit!

Blackforest Fruitcake

Four years ago, I tried my very first fruitcake on a Christmas market and it tasted delicious. The price was horrendous so I decided to give it a shot myself. Well, Christmas was over and the fruitcake forgotten…
Incidentally, the next year I found a recipe in one of the country living magazines. Now I was ready for my first homemade fruitcake – almost; it is not that easy to find dried pears in Northern Germany. Thank God for the internet! Here, those pears are called pears, but in Southern Germany and Austria they are known as „Kletzen“ or „Hutzeln“
As I started gathering the necessary ingredients it came to me why the fruitcake on the market was so expensive: Even the homemade version is not cheap, but worth every penny! It´s something special and I gave some to my dear friends who were very happy about it.
Unlike stated in the original recipe, I dont use a big rectangular loaf pan, but rather form four single loafs – it is just so much handier. Besides, I don´t glaze them with apricot jam – it sticks like superglue and doesn´t make it look any better. You can sprinkle the cakes with powdered sugar, but I prefer them plain.
The recipe ain´t hard, you just have a lot of fruits that need to be cut into pieces. Since most kids love to help with baking during Christmas, you can let them be part of it. It takes me half an hour by myself.

Okay, now let´s get started.

Ingredients:
500g dried pears
200g dried figs
200g dried plums
200g dired apricots
125g raisins
(I always use non-sulfurized fruits)
250g walnuts
juice and peel of one untreated orange
2 tsp gingerbread-spice mix
1 tsp ground cinnamon
1tsp ground aniseed
400g all-purpose flour
100g buckwheat flour
1 pkg dry yeast
2 tbsp cane sugar

Preparation:
The night before, cover the pears with water, let them boil real quick and soak until the next day. In the morning, strain the pears for a few hours, keep 350ml of the water.
Chop the nuts and cut the pears and remaining fruits into small pieces. Mix with the spices, raisins, orange juice and peal. Mix the flour with the sugar, yeast and the pear-water to a firm dough. Let it raise for 30 minutes. Now carefully add the fruit mix to the dough and let it raise for another hour. Bake two loafs (around 650g each) at a time at 180°C for around 55 minutes. Let them cool off on a grid before you tightly wrap them with clingwrap and store in the fridge or a stone pot. You´re supposed to let the fruitcakes sit for two weeks before eating, but our first one is usually gone right away. I actually prefer them this way – try it yourself. Spread salted butter on the slices or spare the butter for a vegan dish.
Früchtebrot aufgeschnitten mit Walnüssen
Enjoy!

21 Kommentare

  1. Pingback: Alle Jahre wieder: Schwarzwälder Früchtebrot – Die Wiederholung | homesteadnotes

  2. mumaskitchen says:

    Super Rezept!!! Sieht total lecker aus! …kann man die Birnen auch durch was anderes ersetzen? Ich hab jetzt auf die schnelle keine 500 g getr. Birnen, und würde das gerne mal ausprobieren!!
    Liebe Grüße

    • Die Birnen sind ja der Hauptbestandteil dieses Brotes, also eigentlich nicht ersetzbar. Ich hatte mir letztes Jahr diese Hutzel-Birnen im Internet bestellt, die sind auch nicht so teuer, sonst bekomme ich auch keine getrockneten Birnen, lg Marlies

  3. marie says:

    Hallo-und danke für das schöne Rezept! Darf ich fragen warum man nicht alle 4 Brote gleichzeitig backen kann? Wegen Platzmangel,oder? Was machen Sie denn mit den beiden Broten in der Warteschleife? Kühl stellen und abdecken, oder eher bei Zimmertemp.zwischenlagern?
    Für eine Antwort vielen Dank im Voraus!

    • Ja Marie, ich finde es zu eng mit 4 Broten, ich bedecke die beiden draußen mit einem Küchentuch und lasse sie bei Raumtemperatur stehen, sie gehen dann noch ein wenig auf. Wenn du alle 4 gleichzeitig bäckst, würde ich 10 Minutenlänger backen. LG Marlies

  4. marie says:

    Liebe Marlies, das Brot schmeckt wirklich prima. Es hat alles wunderbar geklappt. Habe alles auf einen Schwung gebacken.Nochmals vielen Dank für das schöne Rezept! Wünsche noch eine schöne Adventszeit mit vielen leckeren Dingen.LG Marie

  5. frauknusper says:

    Wow, liebe Marlies, was für ein tolles Rezept. Von getrockneten Birnen habe ich bisher auch noch nicht gehört. Ich habe mal versucht Birnen Chips zu machen aber die klebten nachher total am Backpapier. 😉 Ich glaube, da mache ich mich auch mal auf die Suche. Dein Früchtebrot klingt super. 🙂
    Liebe Grüße
    Sarah

    • Also ich bestelle die getrockneten Birnen im Internet, für das Früchtebrot gehen gut die ganzen Früchte, die sog. Kletzen, die sind dann billiger; es gibt aber auch halbe Früchte z.B. von Tali (da bestelle ich immer Gewürze, Nüsse und Trockenobst), die letzte Adventszeit hatte ich 12 Brote gebacken, das meiste verschenkt. klg Marlies

  6. Pingback: Lieblingsrezepte: Früchtebrot & Co – Der Startschuss ist gefallen | homesteadnotes

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