Birnenzeit – oder „was haben Banjo und Herr von Ribbeck gemein ?“

Die  Antwort vorweg: sie lieben beide Birnen.Banjo  P1030010

Wer kennt es nicht, Theodor Fontanes 1889 geschriebenes Gedicht: „Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland, ein Birnbaum in seinem Garten stand…….“ Es ist wohl das einzige Gedicht aus meiner Grundschulzeit, von dem ich heute noch die erste Strophe rezitieren kann. Ich bin in Berlin aufgewachsen und Fontane gehörte so ein bisschen zu den Heimatdichtern. Damals gab es noch solch exotische Fächer wie Heimatkunde.

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Nun lebe ich in Niedersachsen und habe in meinem Garten einen alten Birnbaum stehen, der jedes Jahr viele kleine Birnen abwirft. Diese liebt nun unser Labrador Banjo und er stopft sich jeden Herbst das Maul damit voll. Es ist schon vorgekommen, dass ich ihm 5 Birnen wieder aus seinem Rachen geholt habe. An guten Tagen frisst er dann bestimmt 20 Birnen, was nicht immer gut geht. Damit nun Banjo nicht alleine die Birnen vertilgt, habe ich dieses Jahr ein leckeres Birnenmus gekocht, bis jetzt habe ich circa 10 kg verarbeitet. Die Birnen schmecken nicht jedes Jahr gleich, aber dieses Jahr ist das Mus himmlisch. Das Rezept ist einfach, aber natürlich etwas zeitaufwendig.

Birnenmus: Birnen entstielen, halbieren, im Schnellkochtopf mit 1 Eßlöffel brauner Zucker, 1 Vanillezucker und wenig Wasser 14 Minuten kochen, dann durch ein Sieb passieren. Ich habe zur Zeit leider keine Flotte Lotte. Dann die gesamt Menge mit etwas Agar Agar aufkochen und in Gläser füllen.

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Dazu gibt es dann unseren selbstgemachten veganen Joghurt aus Mandelmilch und Kokosmilch, das Rezept habe ich vom Blog http://www.kochtrotz.de , und es ist wirklich sehr lecker.

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Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland
Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland, Ein Birnbaum in seinem Garten stand, Und kam die goldene Herbsteszeit Und die Birnen leuchteten weit und breit, Da stopfte, wenn’s Mittag vom Turme scholl, Der von Ribbeck sich beide Taschen voll. Und kam in Pantinen ein Junge daher, So rief er: »Junge, wiste ’ne Beer?« Und kam ein Mädel, so rief er: »Lütt Dirn, Kumm man röwer, ick hebb ’ne Birn.«

So ging es viel Jahre, bis lobesam Der von Ribbeck auf Ribbeck zu sterben kam. Er fühlte sein Ende. ’s war Herbsteszeit, Wieder lachten die Birnen weit und breit; Da sagte von Ribbeck: »Ich scheide nun ab. Legt mir eine Birne mit ins Grab.« Und drei Tage drauf, aus dem Doppeldachhaus, Trugen von Ribbeck sie hinaus, Alle Bauern und Büdner mit Feiergesicht Sangen »Jesus meine Zuversicht«, Und die Kinder klagten, das Herze schwer: »He is dod nu. Wer giwt uns nu ’ne Beer?«

So klagten die Kinder. Das war nicht recht – Ach, sie kannten den alten Ribbeck schlecht; Der neue freilich, der knausert und spart, Hält Park und Birnbaum strenge verwahrt. Aber der alte, vorahnend schon Und voll Mißtrauen gegen den eigenen Sohn, Der wußte genau, was er damals tat, Als um eine Birn‘ ins Grab er bat, Und im dritten Jahr aus dem stillen Haus Ein Birnbaumsprößling sproßt heraus.

Und die Jahre gehen wohl auf und ab, Längst wölbt sich ein Birnbaum über dem Grab, Und in der goldenen Herbsteszeit Leuchtet’s wieder weit und breit. Und kommt ein Jung‘ übern Kirchhof her, So flüstert’s im Baume: »Wiste ’ne Beer?« Und kommt ein Mädel, so flüstert’s: »Lütt Dirn, Kumm man röwer, ick gew‘ di ’ne Birn.«

So spendet Segen noch immer die Hand Des von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland.

-Theodor Fontane

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